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Rubrik | Legal Biken

Beim Wort „Wegefreiheit“ stellt es Mountainbikern in Österreich die Haare auf. Obwohl der Sport aus seiner pubertierenden Phase zum akzeptierten Volkssport herangereift ist, biken wir in einem landschaftlichen Juwel noch immer illegal. upmove tritt für die Öffnung der Forststraßen und Wanderwege für Mountainbiker ein. Mit dieser Serie wollen wir das Verständnis und die Toleranz aller Waldnutzer erhöhen und euch kompakt Wissenswertes zum Thema „Wegefreiheit“ vermitteln.

„Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen“ Headerbild
18.12.2014 / 2179 Tage alt
Eingestellt von: upmove
[Legal Biken]  Helmut Friessenbichler (aka "Frie") hat sich diesen Aphorismus von Wilhelm Hauff als Titel für seine Bestandsaufnahme zum Jahreswechsel gewählt.

Die Naturfreunde erwachen, geht für Mountainbiker die Sonne auf?
„Gestern noch auf stolzen Rossen,
heute durch die Brust geschossen“



Das ist nicht nur ein Reim aus „Reiters Morgengesang“ , sondern auch des Bikers Angst, wenn er erlebt, wie sich in den letzten Wochen der Konflikt zwischen Großgrundbesitz und Jagd einerseits und den Mountainbikern auf der anderen Seite zugespitzt hat: Die Polizei verfolgt eine Radlergruppe mit zwei Streifen, die bloß eine Verwaltungsübertretung begangen haben. Ein Radler will sich lieber einsperren lassen, als dass er vom Befahren einer Bergstraße absieht. Bei zwei „Trutzpartien“ schoben die Biker ihre Geräte auf den Berg. Die Landwirtschaftskammer beschließt eine Resolution gegen Freizeit-Radeln auf Forststraßen. Ein pensionierter Rechtsanwalt und passionierter Jäger vergisst den Gesundheitsaspekt und bezeichnet Bergradler in einem Regionalblatt als Mitglieder der „Spassgesellschaft“. Illegale Mountainbiker werden fotografiert, man hetzt ihnen Privat-Detektive nach und fordert dann (erfolgreich?) die Kosten zurück. Je teurer umso besser. Weil Besitzstörungsklagen allein zu billig sind.

Wie reagiert da die hohe Politik? Der Bundeskanzler erhält von einem Betroffenen einen Brief. Der Berg-Radler beklagt sich, dass die Sozialdemokratie den „kleinen Mann“ allein lasse. Kanzler Faymann schreibt zurück, als Bundeskanzler könne er nicht gestaltend tätig werden. Da kann man nix machen? Von der ÖVP erwartet man in dieser Angelegenheit ohnehin keine Unterstützung, auch nicht vom Arbeiter- und Angestelltenbund.
Bekanntlich ist im Paragraf 33 des Forstgesetzes festgelegt, dass jedermann sich zu Erholungszwecken im Wald aufhalten darf. Das gilt auch für Forststraßen und Wege, weil diese rechtlich zum Wald gehören. Das Gesetz stammt aus der Zeit der sozialdemokratischen Alleinregierung (1975), wurde zu Bruno Kreiskys Zeiten beschlossen, als es am Markt noch keine Mountainbikes gab. Damals dachte niemand an Mountainbiken. Radeln war aus der Mode, Puch, KTM, RWC wurden insolvent oder verkauft.

Inzwischen ist Mountainbiken ein Trendsport für Jugend und Junggebliebene geworden. Rund 800.000 sportliche Radler gibt es in Österreich. Während manche alpinen Vereine verknöchern und längst überaltert sind, gibt es Internet-Plattformen, wo sich junge BIker treffen: www.upmove-mtb.eu heißt eine davon. Auf whatsapp wird gechattet, auf instagram Bilder gepostet auf Facebook geliked. Die bikeverliebte Jugend weiß, was eine Rohloff ist oder die XTR von Shimano.

Und die andere Seite der Medaille? Immer noch hat der Grundbesitzer eindeutig das Recht auf seiner Seite. Wenn er nicht will, dass auf seinen Straßen und Wegen Rad gefahren wird, kann er es verbieten. Ein Taferl „Allgemeines Fahrverbot“ genügt. Die Zusatztafel „Gilt auch für Radfahrer“ ist unnötig. Das Rad fahren ist verboten. Und auch das Schieben von Rollstühlen und Kinderwagen, wenn man es ganz genau nimmt. Schieben von Rädern bleibt erlaubt.

Langsam beginnt sich etwas zu bewegen: Die Naturfreunde Niederösterreich haben es in die Hand genommen und eine Interessentengruppe gebildet, die Freiheit auf den Forststraßen fordert. Sie machen Lobbying für Biken mit Fair-Play-Regeln, mit denen auch andere Naturnutzer leben könnten. Ändern kann den momentanen Zustand aber nur der Nationalrat. Aber darauf warten die Bergradler schon bald 40 Jahre. Das Unrechtsbewusstsein der Radler ist geschwunden, so wie der Glaube an die Tatkraft des Gesetzgebers

In seinem Gedicht „Reiters Morgengesang“ greift der Schriftsteller Wilhelm Hauff (1802 – 1827) das Thema Vergänglichkeit auf. „Jemandes Entlassung aus einem hohen Amt ist schon öfter und nicht ohne Schadenfreude mit diesem Zitat kommentiert worden“. Das schreibt der Duden. Wir sagen: „Hoffentlich kommt es nicht soweit und wir finden einen tragbaren Kompromiss“. Durch die Brust schießen werden uns die aufgebrachten Jäger ja doch nicht. Auch nicht, wenn Mountainbiker die „Wilderer des 21. Jahrhunderts“ sind.


Helmut Friessenbichler, Journalist
und freier Naturfreund
aus Wilhelmsburg



Lieber Helmut,

danke für Deine aufmunternden Beträge!

Ein gesundes und an Touren reiches 2015 wünschen wir Dir im Namen aller Leser -
Deine upmove Kameraden

„Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen“ Rubrik , Autor: upmove Aktuell News über „Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen“, , Autor: upmove Du suchst Informationen über „Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen“ dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! Helmut Friessenbichler (aka "Frie") hat sich diesen Aphorismus von Wilhelm Hauff als Titel für seine Bestandsaufnahme zum Jahreswechsel gewählt. Legal Biken Magazin: „Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen“ „Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen“
Das ist nicht nur ein Reim aus „Reiters Morgengesang“ , sondern auch des Bikers Angst, wenn er erlebt, wie sich in den letzten Wochen der Konflikt zwischen Großgrundbesitz und Jagd einerseits und den Mountainbikern auf der anderen Seite zugespitzt hat: Die Polizei verfolgt eine Radlergruppe mit zwei Streifen, die bloß eine Verwaltungsübertretung begangen haben. Ein Radler will sich lieber einsperren lassen, als dass er vom Befahren einer Bergstraße absieht. Bei zwei „Trutzpartien“ schoben die Biker ihre Geräte auf den Berg. Die Landwirtschaftskammer beschließt eine Resolution gegen Freizeit-Radeln auf Forststraßen. Ein pensionierter Rechtsanwalt und passionierter Jäger vergisst den Gesundheitsaspekt und bezeichnet Bergradler in einem Regionalblatt als Mitglieder der „Spassgesellschaft“. Illegale Mountainbiker werden fotografiert, man hetzt ihnen Privat-Detektive nach und fordert dann (erfolgreich?) die Kosten zurück. Je teurer umso besser. Weil Besitzstörungsklagen allein zu billig sind. Wie reagiert da die hohe Politik? Der Bundeskanzler erhält von einem Betroffenen einen Brief. Der Berg-Radler beklagt sich, dass die Sozialdemokratie den „kleinen Mann“ allein lasse. Kanzler Faymann schreibt zurück, als Bundeskanzler könne er nicht gestaltend tätig werden. Da kann man nix machen? Von der ÖVP erwartet man in dieser Angelegenheit ohnehin keine Unterstützung, auch nicht vom Arbeiter- und Angestelltenbund. Bekanntlich ist im Paragraf 33 des Forstgesetzes festgelegt, dass jedermann sich zu Erholungszwecken im Wald aufhalten darf. Das gilt auch für Forststraßen und Wege, weil diese rechtlich zum Wald gehören. Das Gesetz stammt aus der Zeit der sozialdemokratischen Alleinregierung (1975), wurde zu Bruno Kreiskys Zeiten beschlossen, als es am Markt noch keine Mountainbikes gab. Damals dachte niemand an Mountainbiken. Radeln war aus der Mode, Puch, KTM, RWC wurden insolvent oder verkauft. Inzwischen ist Mountainbiken ein Trendsport für Jugend und Junggebliebene geworden. Rund 800.000 sportliche Radler gibt es in Österreich. Während manche alpinen Vereine verknöchern und längst überaltert sind, gibt es Internet-Plattformen, wo sich junge BIker treffen: www.upmove-mtb.eu heißt eine davon. Auf whatsapp wird gechattet, auf instagram Bilder gepostet auf Facebook geliked. Die bikeverliebte Jugend weiß, was eine Rohloff ist oder die XTR von Shimano. Und die andere Seite der Medaille? Immer noch hat der Grundbesitzer eindeutig das Recht auf seiner Seite. Wenn er nicht will, dass auf seinen Straßen und Wegen Rad gefahren wird, kann er es verbieten. Ein Taferl „Allgemeines Fahrverbot“ genügt. Die Zusatztafel „Gilt auch für Radfahrer“ ist unnötig. Das Rad fahren ist verboten. Und auch das Schieben von Rollstühlen und Kinderwagen, wenn man es ganz genau nimmt. Schieben von Rädern bleibt erlaubt. Langsam beginnt sich etwas zu bewegen: Die Naturfreunde Niederösterreich haben es in die Hand genommen und eine Interessentengruppe gebildet, die Freiheit auf den Forststraßen fordert. Sie machen Lobbying für Biken mit Fair-Play-Regeln, mit denen auch andere Naturnutzer leben könnten. Ändern kann den momentanen Zustand aber nur der Nationalrat. Aber darauf warten die Bergradler schon bald 40 Jahre. Das Unrechtsbewusstsein der Radler ist geschwunden, so wie der Glaube an die Tatkraft des Gesetzgebers In seinem Gedicht „Reiters Morgengesang“ greift der Schriftsteller Wilhelm Hauff (1802 – 1827) das Thema Vergänglichkeit auf. „Jemandes Entlassung aus einem hohen Amt ist schon öfter und nicht ohne Schadenfreude mit diesem Zitat kommentiert worden“. Das schreibt der Duden. Wir sagen: „Hoffentlich kommt es nicht soweit und wir finden einen tragbaren Kompromiss“. Durch die Brust schießen werden uns die aufgebrachten Jäger ja doch nicht. Auch nicht, wenn Mountainbiker die „Wilderer des 21. Jahrhunderts“ sind.
Helmut Friessenbichler, Journalist und freier Naturfreund aus Wilhelmsburg Lieber Helmut, danke für Deine aufmunternden Beträge! Ein gesundes und an Touren reiches 2015 wünschen wir Dir im Namen aller Leser - Deine upmove Kameraden
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Kommentare
  • Userbild - Dietmar Gruber

    Dietmar Gruber: Michael Hronek wichtiger ist Mitglied bei upmove zu sein :-)

    Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 19.12.2014 / 2178 Tage alt
    • Userbild - upmove the mountain sports community

      upmove the mountain sports community: ja, das war es aber dann leider auch schon wieder

      Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 19.12.2014 / 2178 Tage alt
      • Userbild - Karl-Heinz Sauseng

        Karl-Heinz Sauseng: Kann mich nur den Aussagen der Upmove Gemeinde anschließen und danke sagen.

        Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 18.12.2014 / 2179 Tage alt
        • Userbild - Alexander Pausch

          Alexander Pausch: Volle Zustimmung außer: Schieben von Rollstühlen und Kinderwägen ist durch ein Fahrverbot nicht verboten, da es keine Fahrzeuge sind. Mit einem Tretroller darf man vermutlich auch überall fahren. Hab mal einen mit sehr breiten Reifen im Wald gesehen. Ein Fahrrad darf man immer hin im Wald schieben. Nur Abstellen darf man es nicht, das kann laut Forstgesetz mit bis zu 730 Euro oder einer Woche Knast betraft werden: "Eine Verwaltungsübertretung begeht ferner, wer (b) unbefugt im Walde eine für das allgemeine Befahren erkennbar gesperrte Forststraße befährt oder Fahrzeuge abstellt, der ist mit einer Geldstrafe bis zu 730 Euro oder mit Freiheitsstrafe bis zu einer Woche zu ahnden."

          Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 18.12.2014 / 2179 Tage alt
          • Userbild - Alexander Pausch

            Alexander Pausch: In der AV Zeitschrift ist das Mountainbiken immerhin schon mal Thema gewesen. :-|

            Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 18.12.2014 / 2179 Tage alt
            • Userbild - Michael Hronek

              Michael Hronek: Wenn nicht, bin ich ab 2016 Naturfreund statt Alpenvereinsmitglied.

              Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 18.12.2014 / 2179 Tage alt
              • Userbild - up001

                up001: jetzt wird hoffentlich auch bald der Alpenverein erwachen !

                Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 18.12.2014 / 2179 Tage alt

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