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Rubrik | Legal Biken

Beim Wort „Wegefreiheit“ stellt es Mountainbikern in Österreich die Haare auf. Obwohl der Sport aus seiner pubertierenden Phase zum akzeptierten Volkssport herangereift ist, biken wir in einem landschaftlichen Juwel noch immer illegal. upmove tritt für die Öffnung der Forststraßen und Wanderwege für Mountainbiker ein. Mit dieser Serie wollen wir das Verständnis und die Toleranz aller Waldnutzer erhöhen und euch kompakt Wissenswertes zum Thema „Wegefreiheit“ vermitteln.

Jäger, Heger und Pfleger - Schützer der Wildtiere Headerbild
02.07.2014 / 2281 Tage alt
Eingestellt von: steiggeist
[Legal Biken]  Wir haben es alle in der Volksschule gelernt: der Jäger ist vor allem Heger und Pfleger. Weil ohne die guten Jäger gäb es die ganzen Rehlein ja nicht.

Trophy - Lagerhaus
das Futter zur speziellen Hege und Pflege
das Futter zur speziellen Hege und Pflege
"Warum heißt er dann Jäger und nicht Pfleger", und ’macht er das nur damit er sie dann abschiessen kann?’, habe ich dann noch gefragt. Die Antworten waren dann wie ‘ja, aber das hegen und pflegen ist viel wichtiger als das schiessen’. Ich hab das zu den anderen Sachen ‘aus der Erwachsenenwelt mit offensichtlichen logischen Lücken über die ich später noch einmal nachdenke’ gelegt.
Jahrzehnte nach der Märchenstunde ist es an der Zeit dieses ‘hegen und pflegen’ genauer unter die Lupe zu nehmen:

In Österreich gilt das ’germanische Prinzip der Revierjagd’. Es besagt, dass das Recht zum Ausüben der Jagd untrennbar mit dem Eigentum von Grund und Boden verbunden ist.
Bejagbare Flächen teilen sich in Eigenjagden (je Bundesland ab 115 - 300ha Fläche), zusammenhängende Gemeindejagden (mindestens 500 ha Fläche; von der Behörde zwingend zusammengesetzt aus diversen Kleinflächen verschiedener Grundeigentümer) und Sonderjagdgebiete (Gemeindejagden unter 500 ha Fläche). In Eigenjagden ist der Eigentümer von Grund und Boden Jagdausübungsberechtigter, sofern dieser eine Jagdkarte besitzt.
Nicht vom Grundeigentümer genutzte Jagden werden üblicherweise an Dritte verpachtet, was die Übernahme sämtlicher jagdlicher Rechte und Pflichten zur Folge hat und mit besonderen Bestimmungen einher geht (z. B. Verpflichtung zur Kompensation von Wildschäden durch den Pächter).

Üblicherweise zahlt jemand freiwillig nur für etwas, wenn er einen Vorteil daraus zieht. Wenn also jemand dafür bezahlt, um jagen zu gehen, ist eindeutig klar, dass er dadurch einen Vorteil für sich selbst zieht.
Wesentliches Geld kann man mit der Jagd nur durch das Verkaufen von Abschüssen auf ‘Trophäenträger’ verdienen.



Die momentane gesetzliche Ordnung der Jagd (im besonderen welches Tier darf wann geschossen werden, z.B: Reh von 1.5, Hirsch von 1.6 - 31.12), die auf das Nazi-’Reichsjagdgesetz’ zurückgeht, ist völlig auf die Züchtung möglichst vieler ‘Trophäenträger’ ausgelegt. Diese Züchtung wird durch Fütterung - siehe Bild - über den Winter unterstützt.

Will man eine Trophäe verkaufen, muss der Jagdgast eine Beute schießen können. Das bedingt einen hohen Wildbestand. Durch die langen Schußzeiten und auf Lichtungen ausgerichtete Hochsitze werden die Tiere sehr scheu. Dadurch ist ein noch höherer Wildbestand nötig, um sicher ‘zu Schuß’ zu kommen. Durch den Streß - die Tiere meiden die Lichtungen zum Äsen - und den hohen Bestand kommt es zu großem Wildverbiss an Bäumen. Der Jäger muß dem Grundbesitzer wegen der Wildschäden einen Ausgleich zahlen. Damit sich das alles rechnet, muß man noch mehr Geld mit den Trophäen verdienen. Ein Teufelskreislauf.

Fazit:
Jäger, Heger und Pfleger? Ja, aber des eigenen Geldes.
Das soll hier nicht gewertet werden.
Es ist aber an der Zeit, mit dem Märchen aufzuräumen, dass ohne die Jäger das ‘Wild’ aussterben würde:
Die Jäger gehen in den Wald weil das Ihr Hobby ist.
Der einzige Grund, warum Jäger Tiere im Wald füttern, ist klar: der Schuß auf die ‘Trophäe’.
Wenn jetzt die Jäger der Meinung sind, dass ein mehrfaches des Wildbestandes wie vor ein paar Jahren in den Wald gehört, so sollen sie sich das mit den Forstfachleuten, so sie in dieser Sache nicht befangen sind, ausmachen.

Meine Meinung:
Uns Mountainbikern den Zugang in den Wald auf Forststraßen und Wegen zu verwehren, unter dem Vorwand das Wild schützen zu müssen, ist eine Frozelei.



Literaturempfehlungen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Jagdrecht
http://de.wikipedia.org/wiki/Jagdrecht_(%C3%96sterreich)
http://de.wikipedia.org/wiki/Naturnahe_Waldwirtschaft
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Jagdverband
http://de.wikipedia.org/wiki/Hochsitz
http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/grosse-wildbestaende-schaden-dem-wald-68065.html
http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/archiv/5-98/im-fadenkreuz-der-oeko-jaeger/
http://www.oekojagd.at/joomla/index.php/aktuelles/oekojagd-oestereich
http://www.salzburger-lagerhaus.at/sortiment/tiere-futtermittel/wild/trophy-wildfutter
http://www.garant.co.at/index.php?id=119
http://www.jagd-noe.at/RundumdieJagd/TabId/150/ArtMID/1889/ArticleID/1322/Dr-Rudolf-G252rtler-%E2%80%93-Streitbarer-Doyen-oder-H252ter-des-Grals-der-Jagd-und-Fischerei.aspx


Besondere Empfehlung: einleitender Text und erstklassiges Interview mit Josef H. Reichholf, Biologe

http://www.3sat.de/page/?source=/ard/buehler/176672/index.html


Nachtrag 6.Okt.2014: "Der OÖ Jäger, #144, Hochwild in OÖ - Herausforderung für die Jäger"

Zitate:
"Wildbestände werden immer noch vorwiegende unter dem Gesichtspunkt unter der Gewinnung möglichst vieler Trophäen behandelt."
"Rotwild reagiert sehr empfindlich auf jegliche Art von Störungen, vor allem aber auf die von uns Jägern selbst verursachten."
http://issuu.com/9teufel/docs/9teufel_dero__j__ger_n144-online/18

Nachtrag 8.Okt.2014: "WEIDWERK 4/2011, Zum ethischen Selbstverständnis der Jagd"

Viele positive Themen von Seiten der Jägerschaft, die wir auch entsprechend hervorheben möchten.
-Wildruhegebiete ja, aber müssen auch für Jäger gelten
-Wechselseitige, grundsätzliche Anerkennung aller legitimen Naturnutzer, Jogger, Spaziergänger, Tourengeher, Mountainbiker, Jäger, Land- und Forstwirte etc.
http://www.bundesforste.at/fileadmin/jagd/2011_04_Jagdethik_Weidwerk.pdf
Jäger, Heger und Pfleger - Schützer der Wildtiere? Rubrik , Autor: steiggeist Aktuell News über Jäger, Heger und Pfleger - Schützer der Wildtiere?, , Autor: steiggeist Du suchst Informationen über Jäger, Heger und Pfleger - Schützer der Wildtiere? dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! Wir haben es alle in der Volksschule gelernt: der Jäger ist vor allem Heger und Pfleger. Weil ohne die guten Jäger gäb es die ganzen Rehlein ja nicht. Legal Biken Magazin: Jäger, Heger und Pfleger - Schützer der Wildtiere?
"Warum heißt er dann Jäger und nicht Pfleger", und ’macht er das nur damit er sie dann abschiessen kann?’, habe ich dann noch gefragt. Die Antworten waren dann wie ‘ja, aber das hegen und pflegen ist viel wichtiger als das schiessen’. Ich hab das zu den anderen Sachen ‘aus der Erwachsenenwelt mit offensichtlichen logischen Lücken über die ich später noch einmal nachdenke’ gelegt. Jahrzehnte nach der Märchenstunde ist es an der Zeit dieses ‘hegen und pflegen’ genauer unter die Lupe zu nehmen: In Österreich gilt das ’germanische Prinzip der Revierjagd’. Es besagt, dass das Recht zum Ausüben der Jagd untrennbar mit dem Eigentum von Grund und Boden verbunden ist. Bejagbare Flächen teilen sich in Eigenjagden (je Bundesland ab 115 - 300ha Fläche), zusammenhängende Gemeindejagden (mindestens 500 ha Fläche; von der Behörde zwingend zusammengesetzt aus diversen Kleinflächen verschiedener Grundeigentümer) und Sonderjagdgebiete (Gemeindejagden unter 500 ha Fläche). In Eigenjagden ist der Eigentümer von Grund und Boden Jagdausübungsberechtigter, sofern dieser eine Jagdkarte besitzt. Nicht vom Grundeigentümer genutzte Jagden werden üblicherweise an Dritte verpachtet, was die Übernahme sämtlicher jagdlicher Rechte und Pflichten zur Folge hat und mit besonderen Bestimmungen einher geht (z. B. Verpflichtung zur Kompensation von Wildschäden durch den Pächter). Üblicherweise zahlt jemand freiwillig nur für etwas, wenn er einen Vorteil daraus zieht. Wenn also jemand dafür bezahlt, um jagen zu gehen, ist eindeutig klar, dass er dadurch einen Vorteil für sich selbst zieht. Wesentliches Geld kann man mit der Jagd nur durch das Verkaufen von Abschüssen auf ‘Trophäenträger’ verdienen. Die momentane gesetzliche Ordnung der Jagd (im besonderen welches Tier darf wann geschossen werden, z.B: Reh von 1.5, Hirsch von 1.6 - 31.12), die auf das Nazi-’Reichsjagdgesetz’ zurückgeht, ist völlig auf die Züchtung möglichst vieler ‘Trophäenträger’ ausgelegt. Diese Züchtung wird durch Fütterung - siehe Bild - über den Winter unterstützt. Will man eine Trophäe verkaufen, muss der Jagdgast eine Beute schießen können. Das bedingt einen hohen Wildbestand. Durch die langen Schußzeiten und auf Lichtungen ausgerichtete Hochsitze werden die Tiere sehr scheu. Dadurch ist ein noch höherer Wildbestand nötig, um sicher ‘zu Schuß’ zu kommen. Durch den Streß - die Tiere meiden die Lichtungen zum Äsen - und den hohen Bestand kommt es zu großem Wildverbiss an Bäumen. Der Jäger muß dem Grundbesitzer wegen der Wildschäden einen Ausgleich zahlen. Damit sich das alles rechnet, muß man noch mehr Geld mit den Trophäen verdienen. Ein Teufelskreislauf. Fazit: Jäger, Heger und Pfleger? Ja, aber des eigenen Geldes. Das soll hier nicht gewertet werden. Es ist aber an der Zeit, mit dem Märchen aufzuräumen, dass ohne die Jäger das ‘Wild’ aussterben würde: Die Jäger gehen in den Wald weil das Ihr Hobby ist. Der einzige Grund, warum Jäger Tiere im Wald füttern, ist klar: der Schuß auf die ‘Trophäe’. Wenn jetzt die Jäger der Meinung sind, dass ein mehrfaches des Wildbestandes wie vor ein paar Jahren in den Wald gehört, so sollen sie sich das mit den Forstfachleuten, so sie in dieser Sache nicht befangen sind, ausmachen. Meine Meinung: Uns Mountainbikern den Zugang in den Wald auf Forststraßen und Wegen zu verwehren, unter dem Vorwand das Wild schützen zu müssen, ist eine Frozelei.
Literaturempfehlungen: http://de.wikipedia.org/wiki/Jagdrecht http://de.wikipedia.org/wiki/Jagdrecht_(%C3%96sterreich) http://de.wikipedia.org/wiki/Naturnahe_Waldwirtschaft http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologischer_Jagdverband http://de.wikipedia.org/wiki/Hochsitz http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/grosse-wildbestaende-schaden-dem-wald-68065.html http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/archiv/5-98/im-fadenkreuz-der-oeko-jaeger/ http://www.oekojagd.at/joomla/index.php/aktuelles/oekojagd-oestereich http://www.salzburger-lagerhaus.at/sortiment/tiere-futtermittel/wild/trophy-wildfutter http://www.garant.co.at/index.php?id=119 http://www.jagd-noe.at/RundumdieJagd/TabId/150/ArtMID/1889/ArticleID/1322/Dr-Rudolf-G252rtler-%E2%80%93-Streitbarer-Doyen-oder-H252ter-des-Grals-der-Jagd-und-Fischerei.aspx Besondere Empfehlung: einleitender Text und erstklassiges Interview mit Josef H. Reichholf, Biologe http://www.3sat.de/page/?source=/ard/buehler/176672/index.html Nachtrag 6.Okt.2014: "Der OÖ Jäger, #144, Hochwild in OÖ - Herausforderung für die Jäger" Zitate: "Wildbestände werden immer noch vorwiegende unter dem Gesichtspunkt unter der Gewinnung möglichst vieler Trophäen behandelt." "Rotwild reagiert sehr empfindlich auf jegliche Art von Störungen, vor allem aber auf die von uns Jägern selbst verursachten." http://issuu.com/9teufel/docs/9teufel_dero__j__ger_n144-online/18 Nachtrag 8.Okt.2014: "WEIDWERK 4/2011, Zum ethischen Selbstverständnis der Jagd" Viele positive Themen von Seiten der Jägerschaft, die wir auch entsprechend hervorheben möchten. -Wildruhegebiete ja, aber müssen auch für Jäger gelten -Wechselseitige, grundsätzliche Anerkennung aller legitimen Naturnutzer, Jogger, Spaziergänger, Tourengeher, Mountainbiker, Jäger, Land- und Forstwirte etc. http://www.bundesforste.at/fileadmin/jagd/2011_04_Jagdethik_Weidwerk.pdf
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Kommentare
  • Userbild - steiggeist

    steiggeist:

    Das die Jäger "ihren" Wald auf keinem Fall mit den Erholungssuchenden teilen wollen, kann man hier nachlesen:

    http://issuu.com/9teufel/docs/ooejaeger_n148_online/50

    Bild von steiggeist zum Magazineintrag Jäger, Heger und Pfleger - Schützer der Wildtiere 23.11.2015 1 

    Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 23.11.2015 / 1772 Tage alt
    • Userbild - fatfreddy

      fatfreddy: Als Vertreter der Biker muss ich hier leider bestätigen, dass es in unserer Zunft leider genug schwarze Schafe gibt, die nicht dazu beitragen einen Kompromiss zu finden. Grundsätzlich ist das Eigentumsrecht zu berücksichtigen und hätte ich selbst keine Freude,
      über mein Eigentum nicht mehr bestimmen zu können. Auch Jagdpächter zahlen eine Menge Geld für Ihr "Hobby". Und bei aller Abneigung gegenüber dieser Freizeitgestaltung muss ich doch respektieren, dass es gewisser Regeln bedarf, um ein Zusammenleben zu ermöglichen. Andererseits hat man in der Schweiz, in Italien und auch in Teilen unseres Landes (Tirol, Salzburg...) erkannt, dass ein stures Beharren nichts daran ändert, dass die Leute trotzdem fahren. Auch hat die Tourismuswirtschaft längst reagiert und ist auf den Zug aufgesprungen. Nachdem das Wintergeschäft klimatisch bedingt immer schwieriger wird, hat man erkannt, dass Biker im Sommer auch Geld bringen. Bei allen Gegensätzen hat man es dort geschafft, einen Kompromiss zu finden und profitieren Alle davon. Als Bergwanderer mit Bike, der auf Wanderwegen und Forststraßen unterwegs ist und versucht, sich halbwegs an die Regeln zu halten würde ich gerne entkriminalisiert werden und hoffe auf eine Vernunftregelung, mit der alle Beteiligten leben können (siehe oben). Dazu muss eine demokratische Mehrheit Druck machen. Also bitte ich Euch um Unterstützung dieser Aktion.

      Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 31.08.2014 / 2221 Tage alt

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