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Rubrik | Legal Biken

Beim Wort „Wegefreiheit“ stellt es Mountainbikern in Österreich die Haare auf. Obwohl der Sport aus seiner pubertierenden Phase zum akzeptierten Volkssport herangereift ist, biken wir in einem landschaftlichen Juwel noch immer illegal. upmove tritt für die Öffnung der Forststraßen und Wanderwege für Mountainbiker ein. Mit dieser Serie wollen wir das Verständnis und die Toleranz aller Waldnutzer erhöhen und euch kompakt Wissenswertes zum Thema „Wegefreiheit“ vermitteln.

Wem gehört der Wald Headerbild
06.03.2016 / 1735 Tage alt
Eingestellt von: upmove
[Legal Biken]  Klassenkampf im Wald! Die "Land und Forstbetriebe Österreich" (Land & Forst) laden zu einer ´Fachtagung Eigentum … Spannungsfeld zwischen Grundrechten und "öffentlichem Interesse"´. Das hat unseren Kollegen Stefan neugierig gemacht. Ist doch Land & Forst neben der Landwirtschaftskammer der hauptsächlich öffentlich agierende Gegner der Erweiterung des bestehenden Betretungsrechts auf Radfahrer. Dabei bedienen sich diese Organisationen immer wieder der Argumentation, dass eine solche Liberalisierung eine "Enteignung" wäre. Stefan hat darauf hin zum "Eigentum Wald" recherchiert. Hier präsentieren wir euch sein Ergebnis.

Wem gehört der Wald 1
Wem gehört der Wald 2
Wem gehört der Wald 2
Wem gehört der Wald 3
Wem gehört der Wald 3
Wem gehört der Wald 4
Wem gehört der Wald 4
Wem gehört der Wald?


Die Antwort ist einfach. Dem der zuerst kam. Kaiser- und Könighäuser waren es die Regionen bis hin zu gesamten Kontinenten für sich beanspruchten. In der Zeit der absoluten Herrschaft war klar, dass dies ein von Gott gewolltes Faktum war, das schlichtweg nicht in Frage zu stellen ist. Somit erhielten jene die diese Strukturen bewahrten einen Teil dessen ab. Ausschließlich Adel und Klerus profitieren davon und eigneten sich riesige Ländereien an.

Jene Bauern die diese bewirtschaftenden hatten keinen Eigentumsanspruch auf den von ihnen bearbeiteten Boden. Er war ihnen nur verpachtet („geliehen“ - „lehen“). Sie mussten Anteile des Ertrages an die Besitzer angeben und eine beträchtliche Arbeitsleistung für ihn erbringen.

Erst mit der Bodenreform von 1848/49 gingen durch die Grundablöse Ländereien in Erbpacht von Grundherren an Bauern (Dabei wurde der Wert des Grundes amtlich geschätzt. Der ursprüngliche adelige Grundherr bekam 2/3 dieses Werts abgegolten. Ein Drittel zahlte „die Krone“, ein Drittel musste der Bauer aufbringen). Nicht betroffen davon waren Ländereinen in Zeitpacht. Das waren für Getreideanbau und Vieh unattraktive Wälder, schwer zugängliche Täler oder Bergregionen. Das ist auch Grund warum sich immer noch große Forstgebiete im Besitz von Adel und Klerus befinden. Von den etwa 4 Millionen Hektar Wald, fast 50% der Fläche Österreichs, ist etwa die Hälfte in Besitz von Forstgütern über 200 ha.

Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Aufteilung von Ländereien in Erbpacht einsetze. In dieser ersten Phase der Eigenständigkeit des nun autonomen Bauernstandes scheiterten viele Gehöfte wirtschaftlich. Zu hoch waren die Belastung durch Ablösungszahlungen an Großgrundbesitzer, Hypothekarzinsen und Steuern an den Staat. Der Verfall der Getreidepreise und die generelle schwierige wirtschaftliche Lage trugen das Restliche dazu bei. Ländereien mussten auch wieder an Wohlhabendere verkauft werden. Was unter andrem die Landflucht und die Industrialisierung antrieb. Zu dieser Zeit waren landwirtschaftliche Besitztümer durchschnittlich bei Weitem größer als heute. Man kann eher von Gutherren sprechen, die wiederum Knechte und
Mägde beschäftigten. Durch die Aufteilung des Erbes wurden Grundstücke in immer kleinere Einheiten zerstückelt und eine wirtschaftliche Nutzung dadurch immer schwieriger.

Nach Ende des ersten Weltkriegs trat der Staat das Erbe der Habsburger Monarchie an und übernahm deren Wälder in Form der heutigen Bundesforste. Sie sind auch heute noch der größte Waldeigentümer der Republik.

Sowohl in der Zwischenkriegszeit als auch nach der Besatzungszeit gab es immer wieder Bestrebungen einer Bodenreform zu Gunsten kleinerer Landwirtschaften, einer vereinfachten Agrarpolitik und Flächenwidmung. Was aber in Österreich hinsichtlich der Großeigentumsverhältnisse bis heute keine nennenswerten Änderungen ergab.

Ohne an eine großangelegte Verschwörungstheorie zu glauben wird klar, dass einige gut vernetzte Gruppen über Generationen hinweg Entscheidungen in der österreichische Forst- und Landwirtschaft mitgestalten.

So sind die Interessensvertretung des (ehemals adeligen) Großgrundbesitzes („Land & Forst“) und die Zentrale der österreichischen Landwirtschaftskammer in einem gemeinsamen Gebäude im ersten Wiener Bezirk untergebracht. Die Landwirtschaftskammer im ersten und zweiten Stock, „Land & Forst“ in der dritten und vierten (Chef)-Etage. Diese Seilschaften stemmen sich auch gegen alle Bemühungen zur Liberalisierung des Betretungsrechts für Radfahrer im Forstgesetz.


Quellen:
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/671228/Grundbesitz_Wem-gehort-Osterreich
http://www.wald-prinz.de/waldbesitzer-wem-gehort-der-wald/665
https://de.wikipedia.org/wiki/Privatwald
http://www.atlas-burgenland.at/index.php?option=com_content&view=article&id=249:die-bodenreform&catid=28&Itemid=205
http://wirtschaftsblatt.at/archiv/immobilien/982150/index
 Einladug: Fachtagung Eigentum … Spannungsfeld zwischen Grundrechten und "öffentlichem Interesse"
 Artikel als PDF
Wem gehört der Wald? Rubrik , Autor: upmove Aktuell News über Wem gehört der Wald?, , Autor: upmove Du suchst Informationen über Wem gehört der Wald? dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! Klassenkampf im Wald! Die "Land und Forstbetriebe Österreich" (Land & Forst) laden zu einer ´Fachtagung Eigentum … Spannungsfeld zwischen Grundrechten und "öffentlichem Interesse"´. Das hat unseren Kollegen Stefan neugierig gemacht. Ist doch Land & Forst neben der Landwirtschaftskammer der hauptsächlich öffentlich agierende Gegner der Erweiterung des bestehenden Betretungsrechts auf Radfahrer. Dabei bedienen sich diese Organisationen immer wieder der Argumentation, dass eine solche Liberalisierung eine "Enteignung" wäre. Stefan hat darauf hin zum "Eigentum Wald" recherchiert. Hier präsentieren wir euch sein Ergebnis. Legal Biken Magazin: Wem gehört der Wald? Wem gehört der Wald?
Die Antwort ist einfach. Dem der zuerst kam. Kaiser- und Könighäuser waren es die Regionen bis hin zu gesamten Kontinenten für sich beanspruchten. In der Zeit der absoluten Herrschaft war klar, dass dies ein von Gott gewolltes Faktum war, das schlichtweg nicht in Frage zu stellen ist. Somit erhielten jene die diese Strukturen bewahrten einen Teil dessen ab. Ausschließlich Adel und Klerus profitieren davon und eigneten sich riesige Ländereien an. Jene Bauern die diese bewirtschaftenden hatten keinen Eigentumsanspruch auf den von ihnen bearbeiteten Boden. Er war ihnen nur verpachtet („geliehen“ - „lehen“). Sie mussten Anteile des Ertrages an die Besitzer angeben und eine beträchtliche Arbeitsleistung für ihn erbringen. Erst mit der Bodenreform von 1848/49 gingen durch die Grundablöse Ländereien in Erbpacht von Grundherren an Bauern (Dabei wurde der Wert des Grundes amtlich geschätzt. Der ursprüngliche adelige Grundherr bekam 2/3 dieses Werts abgegolten. Ein Drittel zahlte „die Krone“, ein Drittel musste der Bauer aufbringen). Nicht betroffen davon waren Ländereinen in Zeitpacht. Das waren für Getreideanbau und Vieh unattraktive Wälder, schwer zugängliche Täler oder Bergregionen. Das ist auch Grund warum sich immer noch große Forstgebiete im Besitz von Adel und Klerus befinden. Von den etwa 4 Millionen Hektar Wald, fast 50% der Fläche Österreichs, ist etwa die Hälfte in Besitz von Forstgütern über 200 ha. Nachdem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Aufteilung von Ländereien in Erbpacht einsetze. In dieser ersten Phase der Eigenständigkeit des nun autonomen Bauernstandes scheiterten viele Gehöfte wirtschaftlich. Zu hoch waren die Belastung durch Ablösungszahlungen an Großgrundbesitzer, Hypothekarzinsen und Steuern an den Staat. Der Verfall der Getreidepreise und die generelle schwierige wirtschaftliche Lage trugen das Restliche dazu bei. Ländereien mussten auch wieder an Wohlhabendere verkauft werden. Was unter andrem die Landflucht und die Industrialisierung antrieb. Zu dieser Zeit waren landwirtschaftliche Besitztümer durchschnittlich bei Weitem größer als heute. Man kann eher von Gutherren sprechen, die wiederum Knechte und Mägde beschäftigten. Durch die Aufteilung des Erbes wurden Grundstücke in immer kleinere Einheiten zerstückelt und eine wirtschaftliche Nutzung dadurch immer schwieriger. Nach Ende des ersten Weltkriegs trat der Staat das Erbe der Habsburger Monarchie an und übernahm deren Wälder in Form der heutigen Bundesforste. Sie sind auch heute noch der größte Waldeigentümer der Republik. Sowohl in der Zwischenkriegszeit als auch nach der Besatzungszeit gab es immer wieder Bestrebungen einer Bodenreform zu Gunsten kleinerer Landwirtschaften, einer vereinfachten Agrarpolitik und Flächenwidmung. Was aber in Österreich hinsichtlich der Großeigentumsverhältnisse bis heute keine nennenswerten Änderungen ergab. Ohne an eine großangelegte Verschwörungstheorie zu glauben wird klar, dass einige gut vernetzte Gruppen über Generationen hinweg Entscheidungen in der österreichische Forst- und Landwirtschaft mitgestalten. So sind die Interessensvertretung des (ehemals adeligen) Großgrundbesitzes („Land & Forst“) und die Zentrale der österreichischen Landwirtschaftskammer in einem gemeinsamen Gebäude im ersten Wiener Bezirk untergebracht. Die Landwirtschaftskammer im ersten und zweiten Stock, „Land & Forst“ in der dritten und vierten (Chef)-Etage. Diese Seilschaften stemmen sich auch gegen alle Bemühungen zur Liberalisierung des Betretungsrechts für Radfahrer im Forstgesetz.
Quellen: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/671228/Grundbesitz_Wem-gehort-Osterreich http://www.wald-prinz.de/waldbesitzer-wem-gehort-der-wald/665 https://de.wikipedia.org/wiki/Privatwald http://www.atlas-burgenland.at/index.php?option=com_content&view=article&id=249:die-bodenreform&catid=28&Itemid=205 http://wirtschaftsblatt.at/archiv/immobilien/982150/index
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