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Rubrik |  Upmove News

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Bike hard, party hard! Headerbild
20.08.2017 / 1128 Tage alt
Eingestellt von: upmove
[Upmove News]  Ibiza, die kleine Schwester Mallorcas, ist das Szene-Eiland der Schicken, Schönen und Reichen. Aber es gibt eine Parallelwelt jenseits der Beach-Clubs und Diskotheken – und in dieser lassen sich paradiesische Trails zu versteckten Buchten mit türkisblauem Wasser entdecken.

Bike hard, party hard! 1
Bike hard, party hard! 2
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Bike hard, party hard! 3
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Bike hard, party hard! 5
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Bike hard, party hard! 6
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Bike hard, party hard! 7
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Am dritten Tag streichen wir die Segel. Das Thermometer zeigt 32 Grad im Schatten, der Anstieg auf einem schmalen, steilen Trail ist mit Wurzelteppichen und hohen Stufen gespickt. Der Schweiß rinnt ins Gesicht, die Beine sind schwer, der Kopf will fast zerspringen. Was hatten wir uns nur eingebildet? – Dass wir tatsächlich bei der legendären „Cocoon Party“ von Sven Väth im „Amnesia“ bis ins Morgengrauen abhotten, dann fast ohne Schlaf 1.200 Höhenmeter auf Singletrails herunterkurbeln, um am folgenden Abend ein ähnliches Programm mit Carl Cox, dem derzeit wohl weltbesten Techno-DJ, im „Space“ durchzuziehen? – „Hombre, da bist Du schlicht zu alt dafür“, lacht Quico, unser Guide, während Sandra allen Ernstes ankündigt: „Ich muss gleich kotzen!“

So schade es um den feinen Trail auch ist: Wir brauchen erst mal eine Abkühlung im Meer. Wie pflegen die Briten so treffend zu sagen? „You can’t have the cake and eat it!“ Man kann eben nicht alles gleichzeitig haben. Diese Lektion haben wir inzwischen gelernt, auf die harte Tour. Obwohl es doch so verlockend ist: Eivissa, wie die Einheimischen die „Isla Blanca“ auf Katalanisch nennen, ist nun einmal die Night-Fever-Kapitale, das Epizentrum für heiße Strandpartys, bunte Hippiemärkte und lange Disconächte im westlichen Mittelmeer. Das muss man sich doch anschauen, schon zu Recherche-Zwecken! Und natürlich auch, um herauszufinden, ob das alles nur ein Klischee ist, das der Insel zu Unrecht anhaftet.

Inzwischen wissen wir: Das Klischee entspricht durchaus der Realität. Aber eben nur zum Teil, beschränkt auf die Ferienzeiten zwischen Mai und September und auf die Party-Hochburgen wie Sant Antoni. Quico hatte uns am Telefon versprochen, dass hinter den Playas der Hedonisten spannende Bike-Touren warten. Zuhause, wo die meisten nur Mallorca für den Frühjahrs-Warmup kennen, hatte uns das keiner glauben wollen. Aber zuhause sprechen sie Ibiza (mit Betonung auf der zweiten Silbe und einem weichen „z“) auch so aus, als ob ein Mittelfranke „Iiih Pizza!“ rufen würde. Pityusa, die Pinienreiche, wie Ibiza von den Römern genannt wurde, ist zwar gerade einmal ein Fünftel so groß wie die Schwester Mallorca, aber sie trumpft mit einer abwechslungsreichen und hügeligen Geografie auf: mal steppenhaft karg, mal üppig mit besagten Pinien bestanden. Mal mit flachen Zugängen zu den Stränden, mal mit zerklüfteten Küsten wie im Norden, wo sich paradiesische Buchten verstecken, an denen junge und gut abgehangene Nackedeis in schönster Eintracht ins Wasser hüpfen – so mancher Alt-Hippie scheint eben noch keinen Spiegel zu besitzen.

Wir tun es den Nudisten gleich. Quico, der nahe Valencia auf dem noch immer erzkatholischen Festland aufgewachsen ist, wo bereits Oben-Ohne-Baden einer Sünde gleichkommt, kostet das einige Überwindung. Andererseits liebt er die Freizügigkeit in seiner Wahlheimat. Der Architekt hatte während der Finanzkrise wie so viele andere auch seinen Job verloren und deshalb vor gut zwei Jahren bei Daniel „Dani“ Guasch angeheuert. Dani ist ein Radsport-Urgestein auf Ibiza. Er betreibt in einem Ferienclub nahe Santa Eularia eine Bike-Station, bietet Touren auf der gesamten Insel an und verleiht ordentliche Räder in seinem Shop „Kandani“. Quico, der schon als Jugendlicher ein begeisterter Biker und Rennradfahrer war, ist inzwischen die rechte Hand von Dani, und auch seiner Frau gefällt es auf der Baleareninsel Eivissa ganz hervorragend.

Wann immer es seine Zeit zulässt, scoutet Quico neue Touren mit möglichst hohem Singletrail-Anteil. Und er brennt darauf, uns diese zu zeigen. Da kennt er keine Gnade, nach dem Motto: Wer feiern kann, kann auch in die Pedale treten. Und so kurbeln wir täglich durch Felder und Wiesen, auf denen Mandeln, Zitrusfrüchte, Mispeln, Feigen und Oliven wachsen, wo es verführerisch nach mediterranen Kräutern und Macchia duftet. Besonders die bereits im Januar blühenden und auf der typisch ibizenkischen roten Erde wachsenden Mandelbäume sind charakteristisch für die Insel: „Nur noch die Alten pflegen die Bäume, den Jungen ist’s zu anstrengend“, erklärt Quico. „Sie verdienen ihren Lebensunterhalt lieber mit den Touristen.“ Es bleibt offen, ob er damit auch uns meint, oder nur die Clubber und Hipster an den Küsten.

Jeden Tag entdecken wir neue Buchten mit türkisblauem, glasklarem Wasser, staunen wir über ruhige Dörfer im Inselinneren, wo meist hoch über dem Ort auf einem Hügel eine im Mittelalter erbaute, wehrhafte Kirche thront, wie so viele Gotteshäuser der Insel in blendendem Weiß getüncht. Was für ein Kontrast zur mondänen Küste, zu dem überkandidelten und dekadenten Luxus auf den Yachten, wo die „People from Ibiza“ mit Jet-Ski und Aqua-Scootern einen Höllenlärm verbreiten und zum Non-Stopp-Spaßhaben geradezu verdammt scheinen.

Als wir an einem frühen Vormittag am berühmten Café del Mar an der Promenade von Sant Antoni vorbeirollen, ist von der Feierstimmung nichts zu spüren. Die Nachteulen haben sich in ihre Käfige zurückgezogen. Erst am Abend werden sie wieder auftauchen und auf den eigens dafür aufgebauten Tribünen den Sonnenuntergang beklatschen, begleitet von den Chill-Out- und Lounge-Klängen, die das legendäre Café so berühmt und seinen Besitzer so steinreich gemacht haben. Wir drehen noch eine Runde um das „Ei des Kolumbus“-Denkmal und machen uns an den Anstieg zum Sa Talaia, dem mit 475 Meter höchsten Punkt der Insel, vorbei an den Sommer- und Urlaubsresidenzen von Promis wie Phil Collins und Mike Oldfield rund um Sant Josep und Es Cubells.

Wir kurbeln gedankenverloren vor uns hin, als plötzlich fünf große, schlanke Hunde aus dem Wald auftauchen. Sie bellen nicht, aber schauen uns aus stechend scharfen Augen an. „Ganz ruhig weiterfahren“, flüstert Quico. „Das sind Podencos. Sie werden hier noch immer gezüchtet, eine alte ägyptische Rasse, deren Aussehen an die Tempeldarstellungen des Totengottes Anubis erinnert. Angeblich reiste Kleopatra einst auf dem Weg nach Rom über Ibiza und schenkte dort ihren römischen Gastgebern einige dieser Hunde.“ Tatsächlich lässt uns das Quintett passieren, ohne uns an die Waden zu gehen. Als Biker hat man ja so seine Erfahrungen gemacht. Der Dreisatz aller Hundebesitzer ist uns nur allzu präsent: „Der tut nix. Der will nur spielen. Oh, das hat er noch nie gemacht!“

Quico möchte uns noch Ses Salinas zeigen, den südlichsten Zipfel Ibizas. Dort wird in abgetrennten Pfannen Meersalz gewonnen, früher einmal die wichtigste Einnahmequelle der Insulaner. Es riecht vermodert, in den Pfannen staksen langbeinige Seevögel. Im Beachclub am Strand indes stakst eine langbeinige Schönheit und schenkt ihren Freunden gut gekühlten Rosado ein. Bekleidet ist sie nur mit einem weißen Mini-Bikini – und einem Schleier auf dem Kopf. „Ist eine Hochzeit“, erklärt Quico. „Wer es sich leisten kann, heiratet auf Ibiza.“ Dann geht’s weiter nach „Salinas“, zusammen mit der Platja Es Cavallet so etwas wie der doppelte Hausstrand der Insel: Wer nicht aufpasst und nur auf seine Stollenreifen schaut, kann in den einsamen Buchten hinter den Dünen und Pinienwäldchen unfreiwillig Zeuge heftiger gleichgeschlechtlicher Liebesspiele werden. Queen-Frontman Freddy Mercury soll hier zu Lebzeiten eine halbe spanische Armada an Jünglingen verführt haben.

Für uns wird es Zeit, Quico „Adios“ zu sagen. Morgen kommen Kunden vom Festland, die mit ihm in drei Tagen rund um die Insel biken wollen. Außerdem ist uns der Kerl auf Dauer wirklich zu anstrengend, denn wir wollen unsere Nightlife-Recherchen nicht vollständig aufgeben. Wir haben zudem gehört, dass es noch einen zweiten Tourenanbieter auf Ibiza gibt – mit einem klapprigen Bus zum Shutteln …

Ein Anruf genügt und Ash steht auf der Matte. Der gebürtige Engländer jobbte als MTB-Guide in Malaga, kam aber mit dem Boss der Bike-Station nicht so richtig klar. Ein Freund gab ihm den Tipp, Ibiza näher ins Auge zu fassen. Also fing Ash an, Trails zu googeln. Was er fand, machte ihn neugierig. Er buchte einen Flug – und blieb. Seine irische Freundin brachte er gleich mit. Der dritte im Bunde ist der Schwede Tomas, der Ash in Malaga als Kunde kennen und schätzen lernte. Das Trio mietete im Zentrum der Insel vor gut zwei Jahren für wenig Geld ein altes Landhaus – unter der Bedingung, dass die drei Biker im Garten einen Pumptrack anlegen dürfen.

So einen Service kann wirklich nicht jede Biker-Unterkunft bieten: Schon vor dem Frühstück kann man auf dem Track eine Runde drehen, abends geht es zum Chillen und Grillen auf die Dachterrasse oder in die Hängematte. Aus den berüchtigten Partys machen sich die drei nichts, waren noch nie beim Abtanzen seit ihrer Ankunft auf der Insel. Als wir Ash und Tomas näher kennenlernen, wundert uns das nicht mehr: Die beiden leben für ihren Sport, 24/7, 365 Tage im Jahr. Am Bergrücken oberhalb des Hauses haben sie einen Trail angelegt, mit unterschiedlich schwierigen Lines und optionalen Sprüngen. Dort setzen sie auf Wunsch der Gäste tatsächlich ihren Bus als Shuttle ein. Im Winter rücken sie aus, um mit Heckenscheren und Äxten die Trails von Gestrüpp und Ästen zu befreien. „Wenn das der Tourismusverband mitkriegt, stellen die ein Schild auf und freuen sich, mal wieder einen auch in der Praxis begehbaren Wanderweg präsentieren zu können“, lacht Tomas.

Tatsächlich kennen die beiden jeden Winkel der Insel in- und auswendig. Wir fahren Touren mit mehr als 60 Prozent Singletrail-Anteil. Auf Wunsch variieren sie die Strecken, lassen schwierige Loops weg, oder nehmen Flow-Trails mit auf. Manchmal führen die Trails direkt am Meer entlang, vorbei an wuchtigen Wehrtürmen, die die Ibizenker in früheren Zeiten vor Piratenangriffen schützten.

Als wir am letzten Tag ins „Basecamp“ der beiden zurückkommen, frägt Ash, ob wir noch ein bisschen im Bikepark spielen wollen. „Den Pumptrack kennen wir doch schon“, antworten wir. „Nein, nein, es gibt gleich um die Ecke einen richtigen kleinen Bikepark“, insistiert Tomas. Und tatsächlich: Im Wald nebenan hat einer der vielen schrägen, aber offensichtlich wohlhabenden Vögel, die auf Ibiza leben, einen netten Park namens „Can Truy“ angelegt: sechs Kilometer Loops, mehr als ein Dutzend Northshore-Elemente, bestens geshapte Anleger, frei zugänglich und kostenlos für alle. Wir können es kaum fassen: Sieht so das Paradies für Mountainbiker aus? Mit einem Pumptrack und einem Bikepark für den Privatgebrauch?

Wir beschließen spontan, heute Nacht ins Pacha zu gehen, die Mutter aller Discos. Inzwischen gibt es zwar mehr als 70 namensgleiche Ableger rund um den Globus, aber das hier ist schließlich das Original. Zu Ash und Tomas sagen wir, dass sie für morgen schon mal den Bus zum Shutteln bereitstellen sollen. Und dann singen wir uns warm: „It´s my party, and I´ll cry if I want to …”


Text: Günter Kast, Fotos: Sandra Urbaniak, Günter Kast


IBIZA – ALLE INFOS


Die Balearen-Insel eignet sich perfekt für einen sieben- bis zehntägigen Bike-Urlaub. Wer Party machen will, sollte Pausentage einplanen! Es ist auch möglich, die Insel in vier oder fünf Etappen zu umrunden, mit festen oder wechselnden Quartieren. Insider-Tipp: Mit Quico einen Bike-Explorer-Tagesausflug mit der Fähre nach Formentera unternehmen.

Allgemeine Auskünfte

Spanisches Fremdenverkehrsamt: www.spain.info, Fundacíon de Promocíon Turística de Ibiza: www.ibiza.travel

Hinkommen

Es gibt Direktflüge von vielen deutschen Städten, zum Beispiel mit Air Berlin (Bike-Transport kostet extra: ca. 70 EUR pro Strecke); für eine größere Gruppe aus Süddeutschland lohnt eventuell die Anreise mit Mini-Bus und Fähre via Valencia.

Wohnen

Es gibt Herbergen für jeden Geldbeutel auf Ibiza. Wer Touren bei „Kandani“ buchen möchte, sollte sich in oder rund um Santa Eularia ein Quartier suchen. Wer sich Luxus leisten kann, gönnt sich einige Nächte in der „Hacienda Na Xamena“, dem ältesten Fünf-Sterne-Resort der Insel (www.hotelhacienda-ibiza.com). Wer Party machen will, zieht in die großen Hotelanlagen nahe der Hauptstadt Eivissa. Am preisgünstigsten ist es jedoch, sich im Landhaus von Ash und Tomas einzuquartieren und ein Tourenpaket zu buchen (www.rideibiza.com).

Beste Jahreszeit

Grundsätzlich kann man fast das ganze Jahr über Biken auf Ibiza, die Mandelbäume blühen bereits Ende Januar. Die besten Monate sind jedoch Mitte April bis Mitte Juni und Mitte September bis Ende Oktober. Die Party-Saison geht erst ab Mitte Mai so richtig los und dauert bis Ende September.

Veranstalter

Kandani, www.kandani.es, T: +34 971 339 264, E-Mail: info@kandani.es (nach Quico fragen, Dani selbst spricht nur wenig Englisch und Deutsch), Bike-Verleih, geführte Tagestouren, GPS-Verleih (self-guided tours), mehrtägige, geführte Rundtouren über die Insel mit festen oder wechselnden Quartieren (und Gepäcktransport), Videos zu allen Vuelta-Etappen auf der Website!
Ride Ibiza, www.rideibiza.com, T. Ash: +34 667 20 03 67, T. Tomas: +34 627 13 15 27, E-Mail: info@rideibiza.com
, Packages mit geführten Touren und Unterkunft, Fahrtechnik-Training, Shuttle-Service, Pumptrack im Garten, „Can Truy“-Bike-Park in der Nachbarschaft; 1 Woche mit Ü/F, Guiding und Flughafen-Transfer kostet 495 Euro. Leihbikes von Kandani: 35 Euro pro Tag

Medien

Daniel Krasa und Hans-R. Grundmann: „Ibiza mit Formentera“, Verlag Reise Know-How, Bielefeld;
Kompass-Karte Nr. 239 „Ibiza, Formentera“, Maßstab 1:50.000
Jens Rosteck: „Mein Ibiza – Eine Lebensreise“, mareverlag, Hamburg
„Cool Spots: Mallorca, Ibiza“, teNeues Verlag, Düsseldorf
Ingrid Rasmussen und Chloe Grimshaw: “Ibiza – Lifestyle in Farbe und Licht“, Knesebeck Verlag, München

Nützliche Links

www.ibiza.travel/de/rutas.php: offizielle Bike-Routen auf Ibiza, die früher einmal ausgeschildert wurden; einige Wegweiser sind jedoch nicht mehr vorhanden, die Routen sind technisch einfach bis moderat und bieten eher wenig Trail-Spaß
www.ibizabtt.com: Sport- und Bike-Portal, mit Infos zum MTB-Etappen-Rennen „Vuelta a
Ibiza“, das jedes Jahr im April ausgetragen wird

Bike-Shop und -Verleih

Kandani, Santa Eularia, www.kandani.es,Mammoth Ibiza, Sant Antoni,www.ibizasport.com


Ausrüstung/Bike

Unbedingt Spare-Parts mitnehmen, wenn man mit dem eigenen Bike anreist. Kandani führt nur Orbea, für andere Marken ist auf der ganzen Insel kein Ersatz zu bekommen. Für die Kandani-Touren ideal ist ein 29er Trail-Bike. Wer mit Ash und Tomas fahren (und auch springen) möchte, sollte ein eigenes Enduro- oder Freeride-Bike mitbringen.
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Bike hard, party hard! Rubrik , Autor: upmove Aktuell News über Bike hard, party hard!, , Autor: upmove Du suchst Informationen über Bike hard, party hard! dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! Ibiza, die kleine Schwester Mallorcas, ist das Szene-Eiland der Schicken, Schönen und Reichen. Aber es gibt eine Parallelwelt jenseits der Beach-Clubs und Diskotheken – und in dieser lassen sich paradiesische Trails zu versteckten Buchten mit türkisblauem Wasser entdecken. Upmove News Magazin: Bike hard, party hard!
Am dritten Tag streichen wir die Segel. Das Thermometer zeigt 32 Grad im Schatten, der Anstieg auf einem schmalen, steilen Trail ist mit Wurzelteppichen und hohen Stufen gespickt. Der Schweiß rinnt ins Gesicht, die Beine sind schwer, der Kopf will fast zerspringen. Was hatten wir uns nur eingebildet? – Dass wir tatsächlich bei der legendären „Cocoon Party“ von Sven Väth im „Amnesia“ bis ins Morgengrauen abhotten, dann fast ohne Schlaf 1.200 Höhenmeter auf Singletrails herunterkurbeln, um am folgenden Abend ein ähnliches Programm mit Carl Cox, dem derzeit wohl weltbesten Techno-DJ, im „Space“ durchzuziehen? – „Hombre, da bist Du schlicht zu alt dafür“, lacht Quico, unser Guide, während Sandra allen Ernstes ankündigt: „Ich muss gleich kotzen!“ So schade es um den feinen Trail auch ist: Wir brauchen erst mal eine Abkühlung im Meer. Wie pflegen die Briten so treffend zu sagen? „You can’t have the cake and eat it!“ Man kann eben nicht alles gleichzeitig haben. Diese Lektion haben wir inzwischen gelernt, auf die harte Tour. Obwohl es doch so verlockend ist: Eivissa, wie die Einheimischen die „Isla Blanca“ auf Katalanisch nennen, ist nun einmal die Night-Fever-Kapitale, das Epizentrum für heiße Strandpartys, bunte Hippiemärkte und lange Disconächte im westlichen Mittelmeer. Das muss man sich doch anschauen, schon zu Recherche-Zwecken! Und natürlich auch, um herauszufinden, ob das alles nur ein Klischee ist, das der Insel zu Unrecht anhaftet. Inzwischen wissen wir: Das Klischee entspricht durchaus der Realität. Aber eben nur zum Teil, beschränkt auf die Ferienzeiten zwischen Mai und September und auf die Party-Hochburgen wie Sant Antoni. Quico hatte uns am Telefon versprochen, dass hinter den Playas der Hedonisten spannende Bike-Touren warten. Zuhause, wo die meisten nur Mallorca für den Frühjahrs-Warmup kennen, hatte uns das keiner glauben wollen. Aber zuhause sprechen sie Ibiza (mit Betonung auf der zweiten Silbe und einem weichen „z“) auch so aus, als ob ein Mittelfranke „Iiih Pizza!“ rufen würde. Pityusa, die Pinienreiche, wie Ibiza von den Römern genannt wurde, ist zwar gerade einmal ein Fünftel so groß wie die Schwester Mallorca, aber sie trumpft mit einer abwechslungsreichen und hügeligen Geografie auf: mal steppenhaft karg, mal üppig mit besagten Pinien bestanden. Mal mit flachen Zugängen zu den Stränden, mal mit zerklüfteten Küsten wie im Norden, wo sich paradiesische Buchten verstecken, an denen junge und gut abgehangene Nackedeis in schönster Eintracht ins Wasser hüpfen – so mancher Alt-Hippie scheint eben noch keinen Spiegel zu besitzen. Wir tun es den Nudisten gleich. Quico, der nahe Valencia auf dem noch immer erzkatholischen Festland aufgewachsen ist, wo bereits Oben-Ohne-Baden einer Sünde gleichkommt, kostet das einige Überwindung. Andererseits liebt er die Freizügigkeit in seiner Wahlheimat. Der Architekt hatte während der Finanzkrise wie so viele andere auch seinen Job verloren und deshalb vor gut zwei Jahren bei Daniel „Dani“ Guasch angeheuert. Dani ist ein Radsport-Urgestein auf Ibiza. Er betreibt in einem Ferienclub nahe Santa Eularia eine Bike-Station, bietet Touren auf der gesamten Insel an und verleiht ordentliche Räder in seinem Shop „Kandani“. Quico, der schon als Jugendlicher ein begeisterter Biker und Rennradfahrer war, ist inzwischen die rechte Hand von Dani, und auch seiner Frau gefällt es auf der Baleareninsel Eivissa ganz hervorragend. Wann immer es seine Zeit zulässt, scoutet Quico neue Touren mit möglichst hohem Singletrail-Anteil. Und er brennt darauf, uns diese zu zeigen. Da kennt er keine Gnade, nach dem Motto: Wer feiern kann, kann auch in die Pedale treten. Und so kurbeln wir täglich durch Felder und Wiesen, auf denen Mandeln, Zitrusfrüchte, Mispeln, Feigen und Oliven wachsen, wo es verführerisch nach mediterranen Kräutern und Macchia duftet. Besonders die bereits im Januar blühenden und auf der typisch ibizenkischen roten Erde wachsenden Mandelbäume sind charakteristisch für die Insel: „Nur noch die Alten pflegen die Bäume, den Jungen ist’s zu anstrengend“, erklärt Quico. „Sie verdienen ihren Lebensunterhalt lieber mit den Touristen.“ Es bleibt offen, ob er damit auch uns meint, oder nur die Clubber und Hipster an den Küsten. Jeden Tag entdecken wir neue Buchten mit türkisblauem, glasklarem Wasser, staunen wir über ruhige Dörfer im Inselinneren, wo meist hoch über dem Ort auf einem Hügel eine im Mittelalter erbaute, wehrhafte Kirche thront, wie so viele Gotteshäuser der Insel in blendendem Weiß getüncht. Was für ein Kontrast zur mondänen Küste, zu dem überkandidelten und dekadenten Luxus auf den Yachten, wo die „People from Ibiza“ mit Jet-Ski und Aqua-Scootern einen Höllenlärm verbreiten und zum Non-Stopp-Spaßhaben geradezu verdammt scheinen. Als wir an einem frühen Vormittag am berühmten Café del Mar an der Promenade von Sant Antoni vorbeirollen, ist von der Feierstimmung nichts zu spüren. Die Nachteulen haben sich in ihre Käfige zurückgezogen. Erst am Abend werden sie wieder auftauchen und auf den eigens dafür aufgebauten Tribünen den Sonnenuntergang beklatschen, begleitet von den Chill-Out- und Lounge-Klängen, die das legendäre Café so berühmt und seinen Besitzer so steinreich gemacht haben. Wir drehen noch eine Runde um das „Ei des Kolumbus“-Denkmal und machen uns an den Anstieg zum Sa Talaia, dem mit 475 Meter höchsten Punkt der Insel, vorbei an den Sommer- und Urlaubsresidenzen von Promis wie Phil Collins und Mike Oldfield rund um Sant Josep und Es Cubells. Wir kurbeln gedankenverloren vor uns hin, als plötzlich fünf große, schlanke Hunde aus dem Wald auftauchen. Sie bellen nicht, aber schauen uns aus stechend scharfen Augen an. „Ganz ruhig weiterfahren“, flüstert Quico. „Das sind Podencos. Sie werden hier noch immer gezüchtet, eine alte ägyptische Rasse, deren Aussehen an die Tempeldarstellungen des Totengottes Anubis erinnert. Angeblich reiste Kleopatra einst auf dem Weg nach Rom über Ibiza und schenkte dort ihren römischen Gastgebern einige dieser Hunde.“ Tatsächlich lässt uns das Quintett passieren, ohne uns an die Waden zu gehen. Als Biker hat man ja so seine Erfahrungen gemacht. Der Dreisatz aller Hundebesitzer ist uns nur allzu präsent: „Der tut nix. Der will nur spielen. Oh, das hat er noch nie gemacht!“ Quico möchte uns noch Ses Salinas zeigen, den südlichsten Zipfel Ibizas. Dort wird in abgetrennten Pfannen Meersalz gewonnen, früher einmal die wichtigste Einnahmequelle der Insulaner. Es riecht vermodert, in den Pfannen staksen langbeinige Seevögel. Im Beachclub am Strand indes stakst eine langbeinige Schönheit und schenkt ihren Freunden gut gekühlten Rosado ein. Bekleidet ist sie nur mit einem weißen Mini-Bikini – und einem Schleier auf dem Kopf. „Ist eine Hochzeit“, erklärt Quico. „Wer es sich leisten kann, heiratet auf Ibiza.“ Dann geht’s weiter nach „Salinas“, zusammen mit der Platja Es Cavallet so etwas wie der doppelte Hausstrand der Insel: Wer nicht aufpasst und nur auf seine Stollenreifen schaut, kann in den einsamen Buchten hinter den Dünen und Pinienwäldchen unfreiwillig Zeuge heftiger gleichgeschlechtlicher Liebesspiele werden. Queen-Frontman Freddy Mercury soll hier zu Lebzeiten eine halbe spanische Armada an Jünglingen verführt haben. Für uns wird es Zeit, Quico „Adios“ zu sagen. Morgen kommen Kunden vom Festland, die mit ihm in drei Tagen rund um die Insel biken wollen. Außerdem ist uns der Kerl auf Dauer wirklich zu anstrengend, denn wir wollen unsere Nightlife-Recherchen nicht vollständig aufgeben. Wir haben zudem gehört, dass es noch einen zweiten Tourenanbieter auf Ibiza gibt – mit einem klapprigen Bus zum Shutteln … Ein Anruf genügt und Ash steht auf der Matte. Der gebürtige Engländer jobbte als MTB-Guide in Malaga, kam aber mit dem Boss der Bike-Station nicht so richtig klar. Ein Freund gab ihm den Tipp, Ibiza näher ins Auge zu fassen. Also fing Ash an, Trails zu googeln. Was er fand, machte ihn neugierig. Er buchte einen Flug – und blieb. Seine irische Freundin brachte er gleich mit. Der dritte im Bunde ist der Schwede Tomas, der Ash in Malaga als Kunde kennen und schätzen lernte. Das Trio mietete im Zentrum der Insel vor gut zwei Jahren für wenig Geld ein altes Landhaus – unter der Bedingung, dass die drei Biker im Garten einen Pumptrack anlegen dürfen. So einen Service kann wirklich nicht jede Biker-Unterkunft bieten: Schon vor dem Frühstück kann man auf dem Track eine Runde drehen, abends geht es zum Chillen und Grillen auf die Dachterrasse oder in die Hängematte. Aus den berüchtigten Partys machen sich die drei nichts, waren noch nie beim Abtanzen seit ihrer Ankunft auf der Insel. Als wir Ash und Tomas näher kennenlernen, wundert uns das nicht mehr: Die beiden leben für ihren Sport, 24/7, 365 Tage im Jahr. Am Bergrücken oberhalb des Hauses haben sie einen Trail angelegt, mit unterschiedlich schwierigen Lines und optionalen Sprüngen. Dort setzen sie auf Wunsch der Gäste tatsächlich ihren Bus als Shuttle ein. Im Winter rücken sie aus, um mit Heckenscheren und Äxten die Trails von Gestrüpp und Ästen zu befreien. „Wenn das der Tourismusverband mitkriegt, stellen die ein Schild auf und freuen sich, mal wieder einen auch in der Praxis begehbaren Wanderweg präsentieren zu können“, lacht Tomas. Tatsächlich kennen die beiden jeden Winkel der Insel in- und auswendig. Wir fahren Touren mit mehr als 60 Prozent Singletrail-Anteil. Auf Wunsch variieren sie die Strecken, lassen schwierige Loops weg, oder nehmen Flow-Trails mit auf. Manchmal führen die Trails direkt am Meer entlang, vorbei an wuchtigen Wehrtürmen, die die Ibizenker in früheren Zeiten vor Piratenangriffen schützten. Als wir am letzten Tag ins „Basecamp“ der beiden zurückkommen, frägt Ash, ob wir noch ein bisschen im Bikepark spielen wollen. „Den Pumptrack kennen wir doch schon“, antworten wir. „Nein, nein, es gibt gleich um die Ecke einen richtigen kleinen Bikepark“, insistiert Tomas. Und tatsächlich: Im Wald nebenan hat einer der vielen schrägen, aber offensichtlich wohlhabenden Vögel, die auf Ibiza leben, einen netten Park namens „Can Truy“ angelegt: sechs Kilometer Loops, mehr als ein Dutzend Northshore-Elemente, bestens geshapte Anleger, frei zugänglich und kostenlos für alle. Wir können es kaum fassen: Sieht so das Paradies für Mountainbiker aus? Mit einem Pumptrack und einem Bikepark für den Privatgebrauch? Wir beschließen spontan, heute Nacht ins Pacha zu gehen, die Mutter aller Discos. Inzwischen gibt es zwar mehr als 70 namensgleiche Ableger rund um den Globus, aber das hier ist schließlich das Original. Zu Ash und Tomas sagen wir, dass sie für morgen schon mal den Bus zum Shutteln bereitstellen sollen. Und dann singen wir uns warm: „It´s my party, and I´ll cry if I want to …”
Text: Günter Kast, Fotos: Sandra Urbaniak, Günter Kast IBIZA – ALLE INFOS Die Balearen-Insel eignet sich perfekt für einen sieben- bis zehntägigen Bike-Urlaub. Wer Party machen will, sollte Pausentage einplanen! Es ist auch möglich, die Insel in vier oder fünf Etappen zu umrunden, mit festen oder wechselnden Quartieren. Insider-Tipp: Mit Quico einen Bike-Explorer-Tagesausflug mit der Fähre nach Formentera unternehmen. Allgemeine Auskünfte Spanisches Fremdenverkehrsamt: www.spain.info, Fundacíon de Promocíon Turística de Ibiza: www.ibiza.travel Hinkommen Es gibt Direktflüge von vielen deutschen Städten, zum Beispiel mit Air Berlin (Bike-Transport kostet extra: ca. 70 EUR pro Strecke); für eine größere Gruppe aus Süddeutschland lohnt eventuell die Anreise mit Mini-Bus und Fähre via Valencia. Wohnen Es gibt Herbergen für jeden Geldbeutel auf Ibiza. Wer Touren bei „Kandani“ buchen möchte, sollte sich in oder rund um Santa Eularia ein Quartier suchen. Wer sich Luxus leisten kann, gönnt sich einige Nächte in der „Hacienda Na Xamena“, dem ältesten Fünf-Sterne-Resort der Insel (www.hotelhacienda-ibiza.com). Wer Party machen will, zieht in die großen Hotelanlagen nahe der Hauptstadt Eivissa. Am preisgünstigsten ist es jedoch, sich im Landhaus von Ash und Tomas einzuquartieren und ein Tourenpaket zu buchen (www.rideibiza.com). Beste Jahreszeit Grundsätzlich kann man fast das ganze Jahr über Biken auf Ibiza, die Mandelbäume blühen bereits Ende Januar. Die besten Monate sind jedoch Mitte April bis Mitte Juni und Mitte September bis Ende Oktober. Die Party-Saison geht erst ab Mitte Mai so richtig los und dauert bis Ende September. Veranstalter Kandani, www.kandani.es, T: +34 971 339 264, E-Mail: info@kandani.es (nach Quico fragen, Dani selbst spricht nur wenig Englisch und Deutsch), Bike-Verleih, geführte Tagestouren, GPS-Verleih (self-guided tours), mehrtägige, geführte Rundtouren über die Insel mit festen oder wechselnden Quartieren (und Gepäcktransport), Videos zu allen Vuelta-Etappen auf der Website! Ride Ibiza, www.rideibiza.com, T. Ash: +34 667 20 03 67, T. Tomas: +34 627 13 15 27, E-Mail: info@rideibiza.com
, Packages mit geführten Touren und Unterkunft, Fahrtechnik-Training, Shuttle-Service, Pumptrack im Garten, „Can Truy“-Bike-Park in der Nachbarschaft; 1 Woche mit Ü/F, Guiding und Flughafen-Transfer kostet 495 Euro. Leihbikes von Kandani: 35 Euro pro Tag Medien Daniel Krasa und Hans-R. Grundmann: „Ibiza mit Formentera“, Verlag Reise Know-How, Bielefeld; Kompass-Karte Nr. 239 „Ibiza, Formentera“, Maßstab 1:50.000 Jens Rosteck: „Mein Ibiza – Eine Lebensreise“, mareverlag, Hamburg „Cool Spots: Mallorca, Ibiza“, teNeues Verlag, Düsseldorf Ingrid Rasmussen und Chloe Grimshaw: “Ibiza – Lifestyle in Farbe und Licht“, Knesebeck Verlag, München Nützliche Links www.ibiza.travel/de/rutas.php: offizielle Bike-Routen auf Ibiza, die früher einmal ausgeschildert wurden; einige Wegweiser sind jedoch nicht mehr vorhanden, die Routen sind technisch einfach bis moderat und bieten eher wenig Trail-Spaß www.ibizabtt.com: Sport- und Bike-Portal, mit Infos zum MTB-Etappen-Rennen „Vuelta a Ibiza“, das jedes Jahr im April ausgetragen wird Bike-Shop und -Verleih Kandani, Santa Eularia, www.kandani.es,Mammoth Ibiza, Sant Antoni,www.ibizasport.com
Ausrüstung/Bike Unbedingt Spare-Parts mitnehmen, wenn man mit dem eigenen Bike anreist. Kandani führt nur Orbea, für andere Marken ist auf der ganzen Insel kein Ersatz zu bekommen. Für die Kandani-Touren ideal ist ein 29er Trail-Bike. Wer mit Ash und Tomas fahren (und auch springen) möchte, sollte ein eigenes Enduro- oder Freeride-Bike mitbringen.
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