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Rubrik | Legal Biken

Beim Wort „Wegefreiheit“ stellt es Mountainbikern in Österreich die Haare auf. Obwohl der Sport aus seiner pubertierenden Phase zum akzeptierten Volkssport herangereift ist, biken wir in einem landschaftlichen Juwel noch immer illegal. upmove tritt für die Öffnung der Forststraßen und Wanderwege für Mountainbiker ein. Mit dieser Serie wollen wir das Verständnis und die Toleranz aller Waldnutzer erhöhen und euch kompakt Wissenswertes zum Thema „Wegefreiheit“ vermitteln.

Kultivierte Diskussionen  mit harten Fronten  Headerbild
03.12.2015 / 933 Tage alt
Eingestellt von: upmove
[Legal Biken]  „Legal biken – auch in Österreich“ ist weiterhin D A S Thema

Letzte Woche fanden wieder zwei Veranstaltungen statt, bei denen legales Mountainbiken im Mittelpunkt stand. Das interessante dabei, initiiert wurden sie zum einen von der „Fürstlich Schaumburg-Lippische Forstverwaltung“ in Klaus a.d. Pyhrnbahn und zum anderen von der Landwirtschaftskammer Österreich (Siehe Artikel hier). Dieses für uns Mountainbiker so wichtige Thema ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden! Wir hören immer wieder, dass upmove für diese wichtige „Dauerbrenner-Wirkung“ verantwortlich gemacht wird. Wir freuen uns dabei mit allen SportskollegeInnen über jedes konstruktive Aufgreifen dieses Themas.

Kultivierte Diskussionen mit harten Fronten 1
Kornek, Gruber, Reimoser Foto: Fvw Schaumburg-Lippe
Kornek, Gruber, Reimoser Foto: Fvw Schaumburg-Lippe
Reimoser, Bgm Exenberger, Zehetner, Poltura, Sieghartsleitner
Reimoser, Bgm Exenberger, Zehetner, Poltura, Sieghartsleitner
Zehetner, Poltura, Sieghartsleitner, Weichsler-Hauer, Glaser, Altmann
Zehetner, Poltura, Sieghartsleitner, Weichsler-Hauer, Glaser, Altmann
Weichsler-Hauer, Glaser, Altmann, Kirchmaier, Gruber
Weichsler-Hauer, Glaser, Altmann, Kirchmaier, Gruber
Nationalrat Markus Vogl (SPÖ)
Nationalrat Markus Vogl (SPÖ)
Im Gasthof Schinagl in Klaus fanden sich am Mittwoch, 25.11 dann ca. 30 Interessierte ein, die zehn - teils recht prominenten - ReferentInnen bei ihren Vorträgen zum Thema „Schnittstelle Wald“ folgten. Die Gemeinde Klaus ist Teil der oberösterreichischen Tourismusregion Pyhrn-Priel.

Willkommen beim Fürsten

Durch die Veranstaltung führte Michael Kornek, Leiter der Forstverwaltung. Diese bewirtschaftet 7.000 ha Grund. Er habe schon einmal zu einer Veranstaltung mit Jägern und Almbauern geladen, da es zwischen ihnen Konflikte gab. Dabei hätte man Gemeinsamkeiten erkannt, und zugleich als Gegner die Erholungssuchenden ausgemacht , berichtete der Forstverwalter. Er schloss seine Einleitung mit der Hoffnung auf diesmal ähnliche Ergebnisse. Aha. Nach kurzer Pause „kratzte er die Kurve“ und unterstrich noch einmal das Bemühen, sich auf die Suche nach dem „Gemeinsamen“ zu machen. Er meinte auch noch, sein Chef, von ihm „der Fürst“ genannt, überlege, einige Strecken zum Radfahren zu öffnen.

Die Vorträge

Den Eingangsvortrag hielt Prof. i.R. DI Dr. Friedrich Reimoser über „Wildtiermanagement“. Ein Kernaussage dabei: „Die Tiere könnte man leicht managen, schwierig sind die Menschen“. Der Inhalt war sehr abstrakt gehalten und bot für alle Zuhörer Anknüpfungspunkte und großen Interpretationsspielraum.

Für ein erstes Raunen im Saal sorgte dann Dipl. Ing. Thomas Scholl, Tourismusdirektor der „Pyhrn-Priel Region“. Er klärte mit einigen konkreten Eckdaten die Bedeutung des Tourismus für die einheimische Bevölkerung, bietet er doch 3.000 Arbeitsplätze und sorgt für ¾ der gesamten Wirtschaftsleistung der Region. In den Ortschaften, wo ein es touristisches Angebot gibt, finden auch die Einheimischen eine attraktive Infrastruktur vor und die „Jungen bleiben da“. Doch gibt es in der Region ein großes Problem: Es gibt kein entsprechendes Angebot an Mountainbikerouten, trotz jahrzehntelanger Bemühungen. Darum sieht er die Notwendigkeit der grundsätzlichen Freigabe der Forststraßen, wobei natürlich keine Haftungsrisiko bei den Wegehaltern und Eigentümern bleiben soll. Aber: es muss sich etwas ändern, und zwar möglichst rasch – ohne zeitgemäßes Angebot an Mountainbiker wird der Sommertourismus zu stark leiden.

Die Ausführungen von Dipl. Ing. Franz Zehetner, Bezirksforstinspektor Kirchdorf an der Krems, über die Gesetzeslage im Wald brachte wenig Neues zu Tage: Mountainbiken ist in Österreich verboten, außer es ist ausdrücklich erlaubt.

DI., Mag. Michael Poltura, Obmann der Obmann der Oberösterreichischen Berg- und Schiführer, meinte, dass die Lenkungskonzepte für Skitouren und Schneeschuhwandern sehr gut funktionieren, trotz des freien Betretungsrechts laut Forstgesetz. Wenn aber „forstliche Sperrgebiete“ in großen Ausmaß missbräuchlich beschildert werden, brauche sich niemand wundern, wenn diese Tafeln ignoriert werden, auch wenn sie dann einmal berechtigt sind.

Herbert Sieghartsleitner, Bez. Jägermeister Kirchdorf an der Krems und Landesjägermeister Stellvertreter, stellte die Legitimation der Jagd als „aneignende Form der Landnutzung“ und „gerechtfertigtes Ausleben des archaischen Jagdtriebs“ außer Zweifel. Dabei habe man sich am Leitbild des OÖ-Landesjagdverbandes zu orientieren: Reichhaltiges Artenspektrum, Pflege des Lebensraumes und Anpassung des Schalenwilds an die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Seiner Meinung nach schränkt „grenzenlose Freizeitnutzung“ den Lebensraum der Wildtiere massiv ein. Er fordert eine definitive Unterordnung aller Erholungsaktivitäten unter die Interessen von Jagd und Grundbesitz.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging das Wort an Gerda Weichsler-Hauer, Vorsitzende der OÖ. Naturfreunde und 3. Landtagspräsidentin OÖ. Sie erläuterte die Geschichte und das Selbstverständnis der Naturfreunde. Dieses ist eng verknüpft mit dem Entstehen des freien Wegerechts in Österreich. Es war ein langer Weg bis zu seiner endgültigen gesetzlichen Manifestation im Forstgesetz von 1975. Aus dieser Perspektive unterstrich sie die Forderung nach der generellen Freigabe der Forststraßen für Radfahrer.

Dr. Siegfried Glaser, Fachmann für Rechtsangelegenheiten der Landarbeiterkammer OÖ, sah aus dem Blickwinkel „Arbeitsplatz“ auf die Forststraße. Dabei ging es ihm in erster Linie um für Forstarbeiter entstehenden Haftungsfragen. Da er aus den 40 Jahren seit Bestehen des freien Wegerechts keine konkreten Problemfälle aufzeigen konnte, versuchte er mögliche Risiken anhand eines fiktiven Falls zu skizzieren. Dabei wurden aber keine Aspekte aufgezeigt, die nicht durch übliche Versicherungen durch den Arbeitgeber ohnehin gedeckt sind.

Daniela Altmann, von der Flugschule Hinterstoder, zeigte die Funktionsfähigkeit von freiwilligen Lenkungsmaßnahmen am Beispiel „Flugsport“. Gewisse Gebiete werden zur Schonung der Wildlebensräume nicht absichtlich überflogen. Dabei zeigen sich moderne Ausbildungen als sehr wirksam.

Der Berater für Forstwirtschaft aus der LK OÖ, Joachim Kirchmaier, ging auf die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes ein. Er lehnte eine Aushöhlung der Eigentumsrechte durch die „Befahrung der gesamten Waldfläche“ ab.

Den abschließenden Vortrag hielt upmove-Gründer Dietmar Gruber. Nach einer kurzen Vorstellung von upmove untermauerte er mit bekannten Argumenten die Position der Mountainbiker in Österreich mit der Forderung nach Freigabe der Forststraßen und geeigneten Wege zum Radfahren, natürlich auf eigene Gefahr und mit Nachrang gegenüber allen anderen Wegenutzern. Er erzählte von den jahrelangen vergeblichen Bemühungen, durch Gespräche Bewegung in die Sache zu bringen. Diese kam erst, nachdem sich die Erholungssuchenden nach haarsträubenden Klagen wegen Radfahrens auf einer Forststraße zum Protest formierten. Die aktuelle Veranstaltung wertete er als positives Zeichen für diese Bewegung in der Sache. Eine Auswertunge aus dem upmove Tourenportal über öfters gefahrene Touren im Gebiet der Forstverwaltung stellte Dietmar dem sehr kargen offiziellen Streckennetz der Pyhrn-Priel Region gegenüber. Er betonte auch die Bedeutung von „Streckennutzungsverträgen“ zur Lenkung von Radfahrern. Solche Nutzungsverträge kamen in der Vergangenheit aber nur dort zustande, wo ohnehin ohne Strafen und Klagen fast überall gefahren wurde. Und solche Verträge sollten auch in Zukunft bei genereller Wegefreiheit abgeschlossen werden.

Rhetorischen Spitzen

Die nun eröffnete Diskussion war mit einigen rhetorischen Spitzen durchsetzt. Die schärfste kam vom Wildbiologen Reimoser. Er meinte, die von Dietmar vorgetragene Forderung nach freiem Wegerecht für Radfahrer, komme an Radikalität der des „IS“ gleich. Der Professor war etwas aufgebracht, da Dietmar manche seiner Aussagen unter die Lupe nahm. Dabei verwendete Dietmar zur Untermauerung seiner Entgegnungen Auszüge aus Studien, an denen Hr. Reimoser selbst mitgewirkt hat.

Nennenswert ist auch die entschiedene Aussage von Daniela Altmann, dass es aus touristischer Sicht nicht „ein wenig Mounatinbiken da und ein bisserl Paragleiten dort“ geben kann. Man braucht hier ein ehrliches Angebot, sonst verärgere man nur den Gast.

Auch aus dem Publikum kamen Beiträge:

Eine Dame und ein Herr aus der Gegend betonten, dass „sie sich sicher sind: Ohne den Wirbel der durch die Trutzpartien und upmove entstanden ist, wäre keine Bewegung in die Sache gekommen. Man kann bei uns nur illegal Mountainbiken. Jetzt kann endlich einmal gehofft werden, dass das ungute Gefühl, welches uns bei jeder Ausfahrt begleitet, bald der Vergangenheit angehört.“

Markus Deichstätter, Mountainbike Referent des Alpenvereines Oberösterreich: "Der Bundesausschuss des Österreichischen Alpenvereins hat sich im Juni 2015 für die generelle Öffnung der Forststraßen ausgesprochen. Der ÖAV hat bisher bewiesen, dass er durch seine Ausbildungen und Lenkungsmaßnahmen großen positiven Einfluss auf Natur und Umwelt nimmt. Dieser Einfluss wird sich mit der Aufnahme des Mounatinbikens in seine Kernsportarten auch auf diese Erholungsform in die gewünschte Richtung auswirken.“
Nach sechs Stunden schloss Herr Kornek die Veranstaltung. Man habe in kultivierter Form die Meinungen ausgetauscht, und er werde mit dem „dem Fürsten“ eine Folgeveranstaltung vorschlagen, zu der wieder alle einladen werden sollten.

Schwarzer Peter

Es viel auf, dass das Radln im Wald auf Forststraßen und Wegen bei denjenigen Referenten, die nicht für die Interessen der Erholungssuchenden oder des Tourismus waren, immer als Problemfall dargestellt wurde. Egal ob es um Wildtiere, Jagd, Haftung, Eigentum ging. Den schwarzen Peter für alle möglichen Probleme von Wildschäden bis zum Artensterben wurde den Radlern zugeordnet, stellvertretend für alle andern Naturbesucher ohne Motorsäge und Gewehr. Die Forderung nach der generellen Öffnung der Forststraßen und Wege wurde immer wieder abgelehnt. Die Begründung man braucht sich nur gemeinsam an einen Tisch setzen, und dann die Strecken ausreden. Gerade diese Veranstaltung hat gezeigt, wie falsch dieses Argument ist. Gerade in dieser Region gibt es jahrzehntelange Bemühungen, so zu einer Lösung zu kommen. Gebracht hat es nichts.

Gleiche Augenhöhe

Wirkliche Gesprächsbereitschaft auf gleicher Augenhöhe gibt es dort, wo die Erholungssuchenden die nötigen Freiheiten haben. Nur mit gleicher Augenhöhe aller Beteiligten können funktionierende Lenkungskonzepte ausverhandelt werden.

PS

In diesem Artikel zu dieser Veranstaltung im oberösterreichischen Klaus kommt auch Nationalrat Markus Vogl(SPÖ) zu Wort:
„Mit der derzeitigen Gesetzeslage kommen wir nicht weiter.“ Es sei auch möglich, bei einer Gesetzesänderung gleich Sperrgebiete zu definieren. Vogl berichtet: „In der Bundespolitik ist das Thema derzeit in Verhandlung. Verkehrsministerium und Sportministerium stehen der Sache positiv gegenüber, während das Landwirtschaftsministerium skeptisch ist. Jetzt gilt es rasch eine Lösung zu finden, das ist unsere Aufgabe als Politiker.“


Links:

Vortrag Prof. i.R. DI Dr. Friedrich Reimoser über „Wildtiermanagement“ kann in ähnlicher Form hier abgerufen werden: http://www.jagdundnatur.tv/episode/vortrag_reimoser

Landesjagdverband OÖ Leitbild: http://www.ooeljv.at/uber-uns-2/leitbild/ Unterscheidet sich ein wenig von dem durch Herr Sieghartsleitner geschilderten.

Herbert Sieghartsleitner, Bez. Jägermeister Kirchdorf an der Krems und Landesjägermeister Stellvertreter, in „Luchs-Ansiedelung: Jäger blasen Zustimmung wieder ab“: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Luchs-Ansiedelung-Jaeger-blasen-Zustimmung-wieder-ab;art68,1644719
Soviel zu "Artenvielfalt und Jäger"

Zahlen und Fakten zur österreichischen Holzindustrie:
http://www.wald-in-oesterreich.at/zahlen-fakten-zur-oesterreichischen-holzindustrie/?context=C%2311%23AC%234832

Kultivierte Diskussionen mit harten Fronten Rubrik , Autor: upmove Aktuell News über Kultivierte Diskussionen mit harten Fronten , , Autor: upmove Du suchst Informationen über Kultivierte Diskussionen mit harten Fronten dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! „Legal biken – auch in Österreich“ ist weiterhin D A S Thema

Letzte Woche fanden wieder zwei Veranstaltungen statt, bei denen legales Mountainbiken im Mittelpunkt stand. Das interessante dabei, initiiert wurden sie zum einen von der „Fürstlich Schaumburg-Lippische Forstverwaltung“ in Klaus a.d. Pyhrnbahn und zum anderen von der Landwirtschaftskammer Österreich (Siehe Artikel hier). Dieses für uns Mountainbiker so wichtige Thema ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden! Wir hören immer wieder, dass upmove für diese wichtige „Dauerbrenner-Wirkung“ verantwortlich gemacht wird. Wir freuen uns dabei mit allen SportskollegeInnen über jedes konstruktive Aufgreifen dieses Themas.
Legal Biken Magazin: Kultivierte Diskussionen mit harten Fronten
Im Gasthof Schinagl in Klaus fanden sich am Mittwoch, 25.11 dann ca. 30 Interessierte ein, die zehn - teils recht prominenten - ReferentInnen bei ihren Vorträgen zum Thema „Schnittstelle Wald“ folgten. Die Gemeinde Klaus ist Teil der oberösterreichischen Tourismusregion Pyhrn-Priel. Willkommen beim Fürsten Durch die Veranstaltung führte Michael Kornek, Leiter der Forstverwaltung. Diese bewirtschaftet 7.000 ha Grund. Er habe schon einmal zu einer Veranstaltung mit Jägern und Almbauern geladen, da es zwischen ihnen Konflikte gab. Dabei hätte man Gemeinsamkeiten erkannt, und zugleich als Gegner die Erholungssuchenden ausgemacht , berichtete der Forstverwalter. Er schloss seine Einleitung mit der Hoffnung auf diesmal ähnliche Ergebnisse. Aha. Nach kurzer Pause „kratzte er die Kurve“ und unterstrich noch einmal das Bemühen, sich auf die Suche nach dem „Gemeinsamen“ zu machen. Er meinte auch noch, sein Chef, von ihm „der Fürst“ genannt, überlege, einige Strecken zum Radfahren zu öffnen. Die Vorträge Den Eingangsvortrag hielt Prof. i.R. DI Dr. Friedrich Reimoser über „Wildtiermanagement“. Ein Kernaussage dabei: „Die Tiere könnte man leicht managen, schwierig sind die Menschen“. Der Inhalt war sehr abstrakt gehalten und bot für alle Zuhörer Anknüpfungspunkte und großen Interpretationsspielraum. Für ein erstes Raunen im Saal sorgte dann Dipl. Ing. Thomas Scholl, Tourismusdirektor der „Pyhrn-Priel Region“. Er klärte mit einigen konkreten Eckdaten die Bedeutung des Tourismus für die einheimische Bevölkerung, bietet er doch 3.000 Arbeitsplätze und sorgt für ¾ der gesamten Wirtschaftsleistung der Region. In den Ortschaften, wo ein es touristisches Angebot gibt, finden auch die Einheimischen eine attraktive Infrastruktur vor und die „Jungen bleiben da“. Doch gibt es in der Region ein großes Problem: Es gibt kein entsprechendes Angebot an Mountainbikerouten, trotz jahrzehntelanger Bemühungen. Darum sieht er die Notwendigkeit der grundsätzlichen Freigabe der Forststraßen, wobei natürlich keine Haftungsrisiko bei den Wegehaltern und Eigentümern bleiben soll. Aber: es muss sich etwas ändern, und zwar möglichst rasch – ohne zeitgemäßes Angebot an Mountainbiker wird der Sommertourismus zu stark leiden. Die Ausführungen von Dipl. Ing. Franz Zehetner, Bezirksforstinspektor Kirchdorf an der Krems, über die Gesetzeslage im Wald brachte wenig Neues zu Tage: Mountainbiken ist in Österreich verboten, außer es ist ausdrücklich erlaubt. DI., Mag. Michael Poltura, Obmann der Obmann der Oberösterreichischen Berg- und Schiführer, meinte, dass die Lenkungskonzepte für Skitouren und Schneeschuhwandern sehr gut funktionieren, trotz des freien Betretungsrechts laut Forstgesetz. Wenn aber „forstliche Sperrgebiete“ in großen Ausmaß missbräuchlich beschildert werden, brauche sich niemand wundern, wenn diese Tafeln ignoriert werden, auch wenn sie dann einmal berechtigt sind. Herbert Sieghartsleitner, Bez. Jägermeister Kirchdorf an der Krems und Landesjägermeister Stellvertreter, stellte die Legitimation der Jagd als „aneignende Form der Landnutzung“ und „gerechtfertigtes Ausleben des archaischen Jagdtriebs“ außer Zweifel. Dabei habe man sich am Leitbild des OÖ-Landesjagdverbandes zu orientieren: Reichhaltiges Artenspektrum, Pflege des Lebensraumes und Anpassung des Schalenwilds an die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Seiner Meinung nach schränkt „grenzenlose Freizeitnutzung“ den Lebensraum der Wildtiere massiv ein. Er fordert eine definitive Unterordnung aller Erholungsaktivitäten unter die Interessen von Jagd und Grundbesitz. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging das Wort an Gerda Weichsler-Hauer, Vorsitzende der OÖ. Naturfreunde und 3. Landtagspräsidentin OÖ. Sie erläuterte die Geschichte und das Selbstverständnis der Naturfreunde. Dieses ist eng verknüpft mit dem Entstehen des freien Wegerechts in Österreich. Es war ein langer Weg bis zu seiner endgültigen gesetzlichen Manifestation im Forstgesetz von 1975. Aus dieser Perspektive unterstrich sie die Forderung nach der generellen Freigabe der Forststraßen für Radfahrer. Dr. Siegfried Glaser, Fachmann für Rechtsangelegenheiten der Landarbeiterkammer OÖ, sah aus dem Blickwinkel „Arbeitsplatz“ auf die Forststraße. Dabei ging es ihm in erster Linie um für Forstarbeiter entstehenden Haftungsfragen. Da er aus den 40 Jahren seit Bestehen des freien Wegerechts keine konkreten Problemfälle aufzeigen konnte, versuchte er mögliche Risiken anhand eines fiktiven Falls zu skizzieren. Dabei wurden aber keine Aspekte aufgezeigt, die nicht durch übliche Versicherungen durch den Arbeitgeber ohnehin gedeckt sind. Daniela Altmann, von der Flugschule Hinterstoder, zeigte die Funktionsfähigkeit von freiwilligen Lenkungsmaßnahmen am Beispiel „Flugsport“. Gewisse Gebiete werden zur Schonung der Wildlebensräume nicht absichtlich überflogen. Dabei zeigen sich moderne Ausbildungen als sehr wirksam. Der Berater für Forstwirtschaft aus der LK OÖ, Joachim Kirchmaier, ging auf die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes ein. Er lehnte eine Aushöhlung der Eigentumsrechte durch die „Befahrung der gesamten Waldfläche“ ab. Den abschließenden Vortrag hielt upmove-Gründer Dietmar Gruber. Nach einer kurzen Vorstellung von upmove untermauerte er mit bekannten Argumenten die Position der Mountainbiker in Österreich mit der Forderung nach Freigabe der Forststraßen und geeigneten Wege zum Radfahren, natürlich auf eigene Gefahr und mit Nachrang gegenüber allen anderen Wegenutzern. Er erzählte von den jahrelangen vergeblichen Bemühungen, durch Gespräche Bewegung in die Sache zu bringen. Diese kam erst, nachdem sich die Erholungssuchenden nach haarsträubenden Klagen wegen Radfahrens auf einer Forststraße zum Protest formierten. Die aktuelle Veranstaltung wertete er als positives Zeichen für diese Bewegung in der Sache. Eine Auswertunge aus dem upmove Tourenportal über öfters gefahrene Touren im Gebiet der Forstverwaltung stellte Dietmar dem sehr kargen offiziellen Streckennetz der Pyhrn-Priel Region gegenüber. Er betonte auch die Bedeutung von „Streckennutzungsverträgen“ zur Lenkung von Radfahrern. Solche Nutzungsverträge kamen in der Vergangenheit aber nur dort zustande, wo ohnehin ohne Strafen und Klagen fast überall gefahren wurde. Und solche Verträge sollten auch in Zukunft bei genereller Wegefreiheit abgeschlossen werden. Rhetorischen Spitzen Die nun eröffnete Diskussion war mit einigen rhetorischen Spitzen durchsetzt. Die schärfste kam vom Wildbiologen Reimoser. Er meinte, die von Dietmar vorgetragene Forderung nach freiem Wegerecht für Radfahrer, komme an Radikalität der des „IS“ gleich. Der Professor war etwas aufgebracht, da Dietmar manche seiner Aussagen unter die Lupe nahm. Dabei verwendete Dietmar zur Untermauerung seiner Entgegnungen Auszüge aus Studien, an denen Hr. Reimoser selbst mitgewirkt hat. Nennenswert ist auch die entschiedene Aussage von Daniela Altmann, dass es aus touristischer Sicht nicht „ein wenig Mounatinbiken da und ein bisserl Paragleiten dort“ geben kann. Man braucht hier ein ehrliches Angebot, sonst verärgere man nur den Gast. Auch aus dem Publikum kamen Beiträge: Eine Dame und ein Herr aus der Gegend betonten, dass „sie sich sicher sind: Ohne den Wirbel der durch die Trutzpartien und upmove entstanden ist, wäre keine Bewegung in die Sache gekommen. Man kann bei uns nur illegal Mountainbiken. Jetzt kann endlich einmal gehofft werden, dass das ungute Gefühl, welches uns bei jeder Ausfahrt begleitet, bald der Vergangenheit angehört.“ Markus Deichstätter, Mountainbike Referent des Alpenvereines Oberösterreich: "Der Bundesausschuss des Österreichischen Alpenvereins hat sich im Juni 2015 für die generelle Öffnung der Forststraßen ausgesprochen. Der ÖAV hat bisher bewiesen, dass er durch seine Ausbildungen und Lenkungsmaßnahmen großen positiven Einfluss auf Natur und Umwelt nimmt. Dieser Einfluss wird sich mit der Aufnahme des Mounatinbikens in seine Kernsportarten auch auf diese Erholungsform in die gewünschte Richtung auswirken.“ Nach sechs Stunden schloss Herr Kornek die Veranstaltung. Man habe in kultivierter Form die Meinungen ausgetauscht, und er werde mit dem „dem Fürsten“ eine Folgeveranstaltung vorschlagen, zu der wieder alle einladen werden sollten. Schwarzer Peter Es viel auf, dass das Radln im Wald auf Forststraßen und Wegen bei denjenigen Referenten, die nicht für die Interessen der Erholungssuchenden oder des Tourismus waren, immer als Problemfall dargestellt wurde. Egal ob es um Wildtiere, Jagd, Haftung, Eigentum ging. Den schwarzen Peter für alle möglichen Probleme von Wildschäden bis zum Artensterben wurde den Radlern zugeordnet, stellvertretend für alle andern Naturbesucher ohne Motorsäge und Gewehr. Die Forderung nach der generellen Öffnung der Forststraßen und Wege wurde immer wieder abgelehnt. Die Begründung man braucht sich nur gemeinsam an einen Tisch setzen, und dann die Strecken ausreden. Gerade diese Veranstaltung hat gezeigt, wie falsch dieses Argument ist. Gerade in dieser Region gibt es jahrzehntelange Bemühungen, so zu einer Lösung zu kommen. Gebracht hat es nichts. Gleiche Augenhöhe Wirkliche Gesprächsbereitschaft auf gleicher Augenhöhe gibt es dort, wo die Erholungssuchenden die nötigen Freiheiten haben. Nur mit gleicher Augenhöhe aller Beteiligten können funktionierende Lenkungskonzepte ausverhandelt werden. PS In diesem Artikel zu dieser Veranstaltung im oberösterreichischen Klaus kommt auch Nationalrat Markus Vogl(SPÖ) zu Wort: „Mit der derzeitigen Gesetzeslage kommen wir nicht weiter.“ Es sei auch möglich, bei einer Gesetzesänderung gleich Sperrgebiete zu definieren. Vogl berichtet: „In der Bundespolitik ist das Thema derzeit in Verhandlung. Verkehrsministerium und Sportministerium stehen der Sache positiv gegenüber, während das Landwirtschaftsministerium skeptisch ist. Jetzt gilt es rasch eine Lösung zu finden, das ist unsere Aufgabe als Politiker.“ Links: Vortrag Prof. i.R. DI Dr. Friedrich Reimoser über „Wildtiermanagement“ kann in ähnlicher Form hier abgerufen werden: http://www.jagdundnatur.tv/episode/vortrag_reimoser Landesjagdverband OÖ Leitbild: http://www.ooeljv.at/uber-uns-2/leitbild/ Unterscheidet sich ein wenig von dem durch Herr Sieghartsleitner geschilderten. Herbert Sieghartsleitner, Bez. Jägermeister Kirchdorf an der Krems und Landesjägermeister Stellvertreter, in „Luchs-Ansiedelung: Jäger blasen Zustimmung wieder ab“: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Luchs-Ansiedelung-Jaeger-blasen-Zustimmung-wieder-ab;art68,1644719 Soviel zu "Artenvielfalt und Jäger" Zahlen und Fakten zur österreichischen Holzindustrie: http://www.wald-in-oesterreich.at/zahlen-fakten-zur-oesterreichischen-holzindustrie/?context=C%2311%23AC%234832
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Kommentare
  • Userbild - legalbiker_28186

    legalbiker_28186:

    Die skisport wird in de nächste 30 jahren sterben weil der Winter immer wärmer wird. Wenn Österreich nicht bald reagieren wird dann wird es den Zug verpassen. Wieder so ein beispiel von Typisch Österreichische Strausvogl Politik! 

    Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 22.12.2015 / 914 Tage alt
    • Userbild - Bergrath

      Bergrath:

      Frage: Hat sich Herr Reimoser für diesen dummen Vergleich entschuldigt?
      Und an Charly Huti: Bitte keine solchen Retourkutschen!

      Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 10.12.2015 / 926 Tage alt
      • Userbild - up001

        up001:

        nein hat er nicht, ist aber für mich und uns von upmove egal. damit hat er vermutlich bei vielen seine fachliche kompetenz verloren

        Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · 10.12.2015 / 926 Tage alt
      • Userbild - Michael Steiner

        Michael Steiner: Danke an alle, die sich für eine Anpassung des Forstgesetzes an die heutigen Bedürfnisse von uns Erholungssuchenden einsetzen. Ich glaube, dass Österreich in nicht all zu ferner Zukunft ein Forstgesetz bekommen wird, das der Rechtslage im benachbarten Ausland entsprechen wird. Den Gegnern der Gesetzesänderung kann ich versichern: Die apokalyptischen Zustände, die von ihnen prophezeit werden, werden in keinster Weise eintreten. Man braucht ja nur zu den Nachbarn schauen, warum solls denn bei uns nicht funktionieren so wie dort ?

        Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 04.12.2015 / 932 Tage alt
        • Userbild - Dietmar Gruber

          Dietmar Gruber: Hr. Ing Kornek hat mit dieser Veranstaltung einen ersten, begrüßenswerten Schritt gesetzt. Er verwaltet in der Region ja kein unwesentliches Forstgebiet. Immerhin an die 7500 ha. Interessant auch, dass es auf diesem Gebiet 200 km Forststraßen gibt. Das ist beinahe die Distanz vom Forsthaus im Brunnental bis nach Wien!! Weniger beachtlich, dass kein Meter davon mit dem Rad befahren werden darf. Aber, wer weiß, vielleicht wird es künftig ein Angebot im Brunnental geben.

          Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 04.12.2015 / 932 Tage alt
          • Userbild - Charly Huti

            Charly Huti: Ich kann mich nur wundern über solche Aussagen wie "IS gleich" Wie die Leute mit dem Bürgern umgehen welche nur die Natur genießen wollen, ist wie Nazi Deutschland. Wenn schön böse Vergleiche dann wenigstens richtig.

            Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 03.12.2015 / 933 Tage alt

            Kultivierte Diskussionen mit harten Fronten Rubrik Legal Biken, Autor: upmove