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Rubrik | Legal Biken

Beim Wort „Wegefreiheit“ stellt es Mountainbikern in Österreich die Haare auf. Obwohl der Sport aus seiner pubertierenden Phase zum akzeptierten Volkssport herangereift ist, biken wir in einem landschaftlichen Juwel noch immer illegal. upmove tritt für die Öffnung der Forststraßen und Wanderwege für Mountainbiker ein. Mit dieser Serie wollen wir das Verständnis und die Toleranz aller Waldnutzer erhöhen und euch kompakt Wissenswertes zum Thema „Wegefreiheit“ vermitteln.

ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Headerbild
23.03.2016 / 794 Tage alt
Eingestellt von: upmove
[Legal Biken]  Die jährliche „Österreichischen Jägertagung 2016“ fand vom 25. und 26. Februar 2016 in Aigen/Ennstal statt. Ein Vortrag von Dr. Rudolf Freidhager, Vorstandssprecher der ÖBF-AG, kann auf "Jagd und Natur tv" angesehen werden. Upmover Wolfgang hat sich schlau gemacht und uns diesen interessanten Bericht zukommen lassen.
Das Motto dieser Veranstaltung war

´Jagd im Spannungsfeld aktueller Herausforderungen´.

Die PDF-Files der Vorträge stehen hier zum Download zur Verfügung. Unter dem Link "Bilder" findet man mehr als 200 Fotos vom Tagungsgeschehen mit teilweise durchaus bekannten Personen aus dem jagdlichen und forstlichen Umfeld.

Unter anderem sind die Herren DI Felix Montecuccoli (Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich), Dr. Rudolf Freidhager (Vorstandssprecher der ÖBF) und Dr. Rudolf Gürtler (Rechtsanwalt i.R., eingefleischten Liebhabern der Barbara-Karlich-Show besser unter ´Rudi´ [gesendet ca. Juni 2015], MTBern als klagefreudiger Jagdpächter am Muckenkogel bekannt) zu sehen.

Besonders interessant ist der Vortrag von Herrn Dr. Rudolf Freidhager, den ich hier analysieren möchte. Zuerst ein paar Worte zur Person von Herrn Dr. Freidhager:

Dr. Freidhager, Jahrgang 1957, Absolvent der Hochschule für Bodenkultur, Studienrichtung "Forstwirstschaft", Dissertation bei Prof. Glück, von 1988-2005 bei den ÖBF, von 2005-2015 Vorstandsvorsitzender bei den Bayerischen Staatsforsten, seit 1. April 2015 Vorstandssprecher der ÖBF-AG. (Nachzulesen hier)

Aus dem dort publizierten Interview ein Ausschnitt von Seite 53:
"Eine Aussage von Professor Glück hat mich besonders geprägt. Er meinte einmal: Sie müssen akzeptieren, dass es viele unterschiedliche Menschen gibt, die viele unterschiedliche Interessen am Wald haben. Jedes Interesse ist legitim und diese Interessen müssen internalisiert werden."
Auf Seite 61 derselben Zeitschrift schreibt die Nachhaltigkeitsbeauftragte der ÖBF, Frau Susanne Langmair zum Thema ´Ausweitung des Betretungsrechts´:
"Verträge mit den GrundbesitzerInnen sind und bleiben daher der beste Weg, die Nutzung des Naturraums umfassend zu managen und dabei die Radelnden mit einem attraktiven Streckenangebot zu erfreuen."

Einige Fakten:
Österreich - Gesamtfläche: 83,879 km2 = 8,387,900 ha
Waldfläche (43%): ca.36,000 km2 = 3,600,000 ha
ÖBF-Wald 5,100 km2 = 510,000 ha also 14% = 1/7 der Waldfläche
gefolgt von Stadt Wien 348 km2 = 34,764 ha
und Mayr-Melnhof 346 km2 = 34,562 ha


Nun zum Vortrag von Herrn Dr. Freidhager!
Schutzwald: Passt der Wildstand, wächst der Wald! Passt der Wildstand
(Den Vortrag zum Anschauen und zum Anhören gibt es hier)

In diesem Film, mit einer sehr schön geschnittenen Einleitung mit herrlichem Blick auf den tief winterlichen Grimming sieht man die Tagungsteilnehmer beim Eingang in die Puttererseehalle. Gendern habe ich hier bewusst unterlassen, da von den etwa 20 Personen, die beim Haupteingang gefilmt wurden, nur 3 Damen dabei waren. Dieser Eindruck wird durch die Betrachtung der Filmaufnahmen und der publizierten Fotos verstärkt - eine grobe Schätzung ergibt einen Frauenanteil von etwa 10-15% beim Tagungspublikum. Auffallend ist auch der hohe Anteil an jungen Männern bei dieser Filmsequenz am Anfang - aber auch nur dort - ein detaillierter Blick in die Gesichter der in den ersten Reihen sitzenden Personen deutet eher auf die Dominanz der Generation 50+ hin ...

Herr Freidhager stellt sich vor…

Herr Dr. Freidhager stellt sich vor, freut sich über seine Einladung und begründet diese Freude sowohl auf der persönlichen als auch auf der fachlichen Ebene. Er erzählt, dass er ja aus der Sicht der Jäger aus dem "jagdlichen Pfui-Gack-Land Nummer eins" kommt, nämlich aus Bayern (ca. bei 1:50-2:00)

Weiter bei 2:35 bis etwa 2:55 im Rahmen seiner persönlichen Vorstellung:
Dr. Freidhager: " ..... reißen hier jetzt in Österreich bei den Österreichischen Bundesforsten bayerische Verhältnisse ein ? Ich weiß jetzt gar nicht so genau was das wäre ... und was da so furchtbar wäre!"

Wenn die bayrischen Verhältnisse also nicht so furchtbar sind - wie Herr Dr. Freidhager ja selbst feststellt - warum kann man in Bayern MTB fahren und in Österreich nicht ? Warum geben die Bundesforste Ihre Forststraßen dann nicht generell frei ?

Weiter so ca. bei Minute 6:15 über die Eigentumsverhältnisse der ÖBF:
" ...... Eigentümer sind ...... ganz genau (genommen) 8,6 Millionen Einwohner, ideell gesprochen ...." - warum dürfen dann die Eigentümer die Forststraßen nicht benutzen ?

Minute 18:55 nochmals "Unser Eigentümer sind 8,6 Millionen Österreicherinnen und Österreicher." Warum dürfen diese dann die Forststraßen mit dem MTB nicht benützen - sind ja die Eigentümer, laut Dr. Freidhager.

Jagd und Wildschaden

Dr. Freidhager stellt die aktuelle Situation der Wildschäden anhand einer Verkehrsampel dar (siehe zB. Min 10:13) und bezeichnet diese Folie als inhaltliches Kernbild seines Vortrages. "Grün" bedeutet "Ohne Schalenwild-Einfluss", "Gelb" bedeutet "Wildeinfluss" und "Rot" bedeutet "Wildschaden". In den folgenden Erläuterungen wird klargestellt, dass "Grün" nicht erreichbar sei, weil es kompletter Eliminierung des Schalenwilds bedarf, was weder wünschenswert noch erzielbar sei. Was aber realistisch erscheint, ist das Bestreben "rote" Gebiete (also Gebiete mit Wildschaden) in "gelbe" Gebiete (also nur mit Wildeinfluss) bei den Schutzwäldern zu verwandeln. Dies sei eine realistische Zielsetzung für die nächsten Jahre auf Basis der "Mariazeller Erklärung", mit den wesentlichen Kernaussagen: (siehe Min 11:55)
• Die Wildbestände sollen derart gestaltet sein, dass Schutzmaßnahmen nicht die Regel, sondern die Ausnahmen darstellen
• Die Regulierung der Schalenwildbestände ist die vordringliche Aufgabe der nahen Zukunft

Als Ziel (siehe oben) "gelbe" Gebiete sollen vorherrschend sein, was impliziert, dass auch eine vernünftige Jagd möglich ist. Herr Freidhager geht in seinem Referat auf einen Vorredner ein und sagt: (min 13:35) "..... Herr Damm auf Sie; mir hat Ihr Referat sehr gut gefallen, Ihr Vortrag, bis auf den letzten Punkt dann so ziemlich, wo Sie gesagt haben, ich will Freude haben, ich will Lust haben, des versteh´ ich alles, der Rest ist mir egal und da hak´ ich ein ...... sie haben gesagt, ich will ja kein Wildverbissverhinderer oder irgendwas sein".
Weiters wird seitens Dr. Freidhagers gefordert, dass die Jägerschaft ein gewisses Stück eines gemeinsamen Weges zur Erzielung möglichst vieler ´gelben´ Flächen mit den ÖBF mitgehen, was offensichtlich nur teilweise geschieht.
Wie ist sonst eine Folie (siehe Min 22:12) erklärbar, wo Maßnahmen der ÖBF in Wildschadensgebieten aufgeführt sind, die eindeutig gegen Jäger gerichtet sind, die offensichtlich nicht bereit sind, über den doch engen Horizont des Trophäenabschusses hinaus einen Blick in ein gesamtheitliches "Wildtiermanagement" zu richten. Ob es Unvermögen, mangelnde Ausbildung, mangelnde Zeit bei einem Hobbyjäger, mangelnde Identifikation mit einem gesamtheitlichen Bild der Natur oder schlichtweg Überforderung mit den vielfältigen Aufgaben ist, kann ich nicht beurteilen.

Die Maßnahmen im Einzelnen sind (auszugsweise, siehe Min 22:17):
• Rücknahme einzelner ÖBF-Jagdreviere in Eigenbewirtschaftung (bei Bedarf zusätzliches Jagdpersonal)
• Anpassung der Jagdgrenzen zur Erleichterung problemlösender Jagdstrategien
• Flexibilisierung der Bejagung, d.h. kürzere Vertragslaufzeit oder zB. Abschluss jährlich kündbarer Jagdverträge
• Revierübergreifende jagdliche Planung

Sichtlich erregt hält Freidhager auch fest, dass man sich von Pächtern, die nicht bereit sind diesen Weg mitzugehen, trennen muss (17:30). Hier scheint er in einem Dilemma zu stecken, da er auch meint „Wenn sich heute unsere über 1000 Jagdkunden kündigen, haben wir morgen eine Krisensitzung“ (23:50). Er wird nicht konkret, ob hier Angst um die Pachterlöse oder Ungewissheit um die Abschusserfüllung im Vordergrund steht.

Jagdverträge/Jagdpachtverträge haben üblicherweise eine Laufzeit von 9 oder 10 Jahren - das ist schon ´starker Tabak´ wenn hier auf jährlich kündbare Verträge zurückgegriffen wird - da muss es wohl massive Vorkommnisse gegeben haben; die ÖBF werden diese Maßnahmen sicher nicht setzen, wenn alles perfekt funktioniert ! Offensichtlich gibt es Jäger, denen es ausschließlich um die 2-3 Monate Jagdperiode geht, da werden die entsprechenden Trophäen geschossen und im Rest des Jahres ist demselben Personenkreis der Wald und das darin lebende Wild vollkommen ´blunzn´ inklusive aller Schäden. Warum sollte sonst ein jährlich kündbarer Vertrag angeboten werden?


Beginnend mit Minute 19:20 zum Thema MTB:

Dr. Freidhager: ".... Im Sommer gibts Mountainbiken, jetzt gibt´s e-Bikes, jetzt kommen auch die Herrschaften die da vorne (Herr Freidhager zeigt auf seine eigene Bauchregion und deutet damit einen massiven ´Gössermuskel´ an) einen kleinen Rucksack umhaben, auch ziemlich weit rauf, das Fahren auf Forststraßen ist nicht mehr sexy genug, man will querfeldein .... ". Nachher folgt noch ein Statement zum Bekenntnis zur ´vertraglichen Lösung´ mit den MTBern (ca. Min 19:45 beginnend): "...... Das ist auch der Grund (Anmerkung: nämlich die "Wildruhezonen"), warum wir als ÖBF hundert Prozent zu vertraglichen Regelungen stehen, was das Mountainbiken anbelangt, ohne Wenn und Aber, Felix (in der 1. Reihe sitzt DI Felix Montecuccoli, es ist anzunehmen, dass Herr Dr. Freidhager ihn hier direkt anspricht), Du weißt das, wir haben das letzte Jahr da eh´ fest gekämpft, dass das auch erhalten bleibt, einfach um den Interessensausgleich besser hinzukriegen."

Laut Dr. Freidhager, gehört der Wald der ÖBF ja den 8,6 Millionen Einwohnern, die ÖBF unterliegt dem "Bundesforstegesetz", der zugehörige Eigentümervertreter ist das "Ministerium für ein lebenswertes Österreich" (laut Selbstdarstellung auf der Webseite). Dr. Freidhager kämpft also dafür, dass die MTBer weiter nur durch vertragliche Lösungen die LKW-tauglichen Forststraßen benützen dürfen. Als "Mitstreiter" spricht er offensichtlich Herrn DI Montecuccoli an. Als Grund wird argumentiert "um den Interessensausgleich besser hinzukriegen" - hier sollte vielleicht doch ehrlicherweise gesagt werden "um keine Macht aus der Hand zu geben" und dass "Tourismusgemeinden jeden Kilometer Forststraße freikaufen müssen" (was sich in der ÖBF-Bilanz klarerweise als Einnahme niederschlägt).

Meine persönliche Sichtweise:


Die Forststraßen werden sicher "fallen" - es ist nur eine Frage der Zeit. Ich bin überzeugt, dass weder ´upmove´ noch die alpinen Vereine hier locker lassen werden ! Bis zur Novelle des Forstgesetzes werden Exponenten der Jagd und der Forstwirtschaft weiterhin durch Besitzstörungs- und Unterlassungsklagen das Thema am "Köcheln" halten - danke für diese Werbung; diese Vorfälle schaffen es regelmäßig in die Tagespresse und werden das Image der Jagd insgesamt weiter herabsetzen ! Lilienfeld war der Startpunkt der Trutzpartien, weitere folgten und werden sicherlich noch folgen (müssen) ......

Nun zurück zu den anderen Aspekten die von Herrn Dr. Freidhager präsentiert wurden:

War eigentlich irgendwo von ´querfeldein´ die Rede?

Alle Aktivisten wollen Freigabe der Forststraßen, manche auch der Wanderwege, der Alpenverein und die Naturfreunde nehmen die Wanderwege explizit aus - also wer will dann ´querfeldein´ ?

Was ich, im Gegensatz zur sonst sehr sachlichen Präsentation von Herrn Dr. Freidhager als massiven Ausrutscher bezeichnen möchte - dieser ist wohl der Zusammensetzung des Publikums geschuldet - sind die Handbewegungen um seine Bauchregion, die offensichtlich beleibtere MTBer darstellen sollen. Klarerweise erlauben e-Bikes auch weniger sportlichen Personen erhebliche Steigungen zu befahren und somit weiter ins alpine Gelände vorzudringen. Die anwesenden Jäger im Auditorium sowie die restlichen ca. 125,000 Jagdscheininhaber bestehen ja ausschließlich aus austrainierten, schlanken Ausdauersportlern, die total dem Alkohol abgeneigt sich nur widerwillig in ihren SUV setzen. Leider befinden sich die Hochstände sehr oft unmittelbar neben der Forststraße, wo halt zufällig verhindert wird, dass diese konditionsstarken Hünen die Mühen eines Zustiegs auf sich nehmen müssen.

Warum vertragliche Lösungen ? Einwohner von finanzschwachen Gemeinden werden somit kaum/nie schöne MTB-Strecken haben, da Geld zum "Freikaufen" fehlt. Tourismusgemeinden können ihren Bürgern sehr wohl attraktive Strecken zur Verfügung stellen - zu Ende gedacht entscheidet also der Tourismus über die Möglichkeit zum MTBen für die einheimische Bevölkerung. Logisch, oder?

________________________________________

Da Herr Dr. Freidhager den "Kampf" gegen unsere Begehrlichkeiten, nämlich das Befahren von Forststraßen und Wegen, in seinem Vortrag angesprochen hat, hier noch eine kurze Analyse einiger immer wiederkehrender Argumente:

Das immer wieder vorgebrachte Haftungsargument

- nehmen wir als Informationsquelle doch die Webseite der Bundesforste und den dortigen Link und schauen wir nach, wie die Haftungsfrage für den Grundstückseigentümer dargestellt wird:

"Diese Personen [Anm: Eigentümer der Forststraßen] sind auf¬grund der Verkehrssicherungspflichten für den ordnungsgemäßen Zustand des Weges, soweit dessen Herstellung bzw. Instandhaltung nach Art des Weges angemessen und zumutbar ist, verantwortlich. Sie können für alle Schäden haftbar gemacht werden, die aus einem vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachten, mangelhaften Zustand der Straße oder des danebenliegenden Waldes resultieren."

Hier wird zwischen Wanderern und MTBern nicht unterschieden ! Für vorsätzlich verursachte Schäden liegt Haftbarkeit vor - diese Art von Schäden wird auch von keiner Versicherung gedeckt! Ein Schlagloch auf einer Forststraße ist sicherlich keine "grobe Fahrlässigkeit" (außer vlt. mit dem Bagger ausgehobene Querrillen um eine Hüttenzufahrt zu unterbinden - angeblich schon vorgekommen - wird aber eher als Vorsatz zu klassifizieren sein)

"freigegebenen MTB-Strecken"

Auf derselben Webseite sind noch links zu "freigegebenen MTB-Strecken" angegeben. Blicken wir in die Wiener Umgebung - nämlich den Wienerwald mit einem Einzugsgebiet von etwa 2,5 Millionen Menschen.

Als Beispiel nehmen wir eine kürzere Strecke, die man mit sportlichen Kindern ab etwa 7 Jahren durchaus befahren kann. Mein Blick fällt auf die ´Hafnerberg-Strecke´ mit 16 km Länge und ca. 450 Hm bei einer angegebenen Zeit von 1:40 - wird mit Kindern halt 3-4 Stunden dauern, es gibt aber dafür Einkehrpunkte im Laufe der Fahrt.

Startpunkt ist Hafnerberg, hier geht´s die Landesstraße L131 ca. 600m nach Norden, dann südlich von Nöstach zur ´Mödlinger Bundesstraße´ B11, diese ca. 200m entlang, jetzt für etwa 2 km in den Wald hinauf nach Holzschlag, dort über wunderschön asphaltierte Strasse über Schwarzensee nach Neuhaus, weiter entlang der Bundesstrasse B11 bis zur Kreuzung mit der Bundesstrasse B18, dann die Bundesstrasse B18 entlang zu der Abzweigung nach Hafnerberg, wo wieder ca. 1km Waldweg/Forststraße befahren wird. Die Tourdetails sind hier zu finden.

Also fassen wir zusammen: Die Runde ist ca. 16km lang, davon verlaufen etwa 3km auf Forststraßen/Wegen, die restlichen 13km sind sowieso öffentliche Strassen, dabei 6km Bundesstraßen und 7km weniger befahrene asphaltierte Zubringerstraßen, die aber teilweise kurvenreich und unübersichtlich sind. Es ist sicher ganz optimal mit Kindern am Fahrradl eine Bundesstraße zu befahren! Diese Runde als Mountainbike-Angebot zu bezeichnen ist skandalös, abgesehen davon ist bei der B18 nicht einmal ein begleitender Radweg vorhanden. ( Bundesstraße mit begleitendem Radweg (B25), Radweg deutlich erkennbar, durch Rasenstreifen getrennt. Beides sicherlich keine Mountainbike-Strecken, bei der B25 ist wenigstens ein begleitender Radweg vorhanden, was eine Befahrung mit Kindern ermöglicht.

Beide Abbildungen aus der ´Digitalen Katastralmappe für Niederösterreich´, Maßstab 1:500

Ausschnitte aus der Webseite des "Lebensministeriums"


Laut Frau Susanne Langmair von den Österreichischen Bundesforsten, werden "wir Radelnden mit einem attraktiven Streckenangebot erfreut". Dazu noch eine Empfehlung des Lebensministeriums, in der Selbstdarstellung das "Ministerium für ein lebenswertes Österreich"

Wie sagte der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl anläßlich der SPÖ-Klubklausur vom 10. März 2016 so treffend:

"Verorschen tu´ i mi´ lieba selba - des is´ lustiga !"
(Nachzuhören hier)

Am Ende noch ein Versprechen:

Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass eine Novellierung des Forstgesetzes in Rechtskraft erwächst!

Unser Ziel:

“Fair Play”, nachrangig gegenüber allen anderen Wegenutzern, legal und auf eigene Gefahr fahren!
 Bundesstraße ohne begleitendem Radweg (B18)
 Bundesstraße mit begleitendem Radweg (B25) Radweg deutlich erkennbar, durch Rasenstreifen getrennt
 Ausschnitt aus der Webseite des "Lebensministeriums"
 Ausschnitt aus der Webseite des "Lebensministeriums"
Bundesstraße ohne begleitendem Radweg (B18) Bundesstraße mit begleitendem Radweg (B25) Radweg deutlich erkennbar, durch Rasenstreifen getrennt Ausschnitt aus der Webseite des  Ausschnitt aus der Webseite des  
ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Rubrik , Autor: upmove Aktuell News über ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker, , Autor: upmove Du suchst Informationen über ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! Die jährliche „Österreichischen Jägertagung 2016“ fand vom 25. und 26. Februar 2016 in Aigen/Ennstal statt. Ein Vortrag von Dr. Rudolf Freidhager, Vorstandssprecher der ÖBF-AG, kann auf "Jagd und Natur tv" angesehen werden. Upmover Wolfgang hat sich schlau gemacht und uns diesen interessanten Bericht zukommen lassen. Legal Biken Magazin: ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Das Motto dieser Veranstaltung war ´Jagd im Spannungsfeld aktueller Herausforderungen´. Die PDF-Files der Vorträge stehen hier zum Download zur Verfügung. Unter dem Link "Bilder" findet man mehr als 200 Fotos vom Tagungsgeschehen mit teilweise durchaus bekannten Personen aus dem jagdlichen und forstlichen Umfeld. Unter anderem sind die Herren DI Felix Montecuccoli (Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich), Dr. Rudolf Freidhager (Vorstandssprecher der ÖBF) und Dr. Rudolf Gürtler (Rechtsanwalt i.R., eingefleischten Liebhabern der Barbara-Karlich-Show besser unter ´Rudi´ [gesendet ca. Juni 2015], MTBern als klagefreudiger Jagdpächter am Muckenkogel bekannt) zu sehen. Besonders interessant ist der Vortrag von Herrn Dr. Rudolf Freidhager, den ich hier analysieren möchte. Zuerst ein paar Worte zur Person von Herrn Dr. Freidhager: Dr. Freidhager, Jahrgang 1957, Absolvent der Hochschule für Bodenkultur, Studienrichtung "Forstwirstschaft", Dissertation bei Prof. Glück, von 1988-2005 bei den ÖBF, von 2005-2015 Vorstandsvorsitzender bei den Bayerischen Staatsforsten, seit 1. April 2015 Vorstandssprecher der ÖBF-AG. (Nachzulesen hier) Aus dem dort publizierten Interview ein Ausschnitt von Seite 53: "Eine Aussage von Professor Glück hat mich besonders geprägt. Er meinte einmal: Sie müssen akzeptieren, dass es viele unterschiedliche Menschen gibt, die viele unterschiedliche Interessen am Wald haben. Jedes Interesse ist legitim und diese Interessen müssen internalisiert werden." Auf Seite 61 derselben Zeitschrift schreibt die Nachhaltigkeitsbeauftragte der ÖBF, Frau Susanne Langmair zum Thema ´Ausweitung des Betretungsrechts´: "Verträge mit den GrundbesitzerInnen sind und bleiben daher der beste Weg, die Nutzung des Naturraums umfassend zu managen und dabei die Radelnden mit einem attraktiven Streckenangebot zu erfreuen." Einige Fakten: Österreich - Gesamtfläche: 83,879 km2 = 8,387,900 ha Waldfläche (43%): ca.36,000 km2 = 3,600,000 ha ÖBF-Wald 5,100 km2 = 510,000 ha also 14% = 1/7 der Waldfläche gefolgt von Stadt Wien 348 km2 = 34,764 ha und Mayr-Melnhof 346 km2 = 34,562 ha Nun zum Vortrag von Herrn Dr. Freidhager! Schutzwald: Passt der Wildstand, wächst der Wald! Passt der Wildstand (Den Vortrag zum Anschauen und zum Anhören gibt es hier) In diesem Film, mit einer sehr schön geschnittenen Einleitung mit herrlichem Blick auf den tief winterlichen Grimming sieht man die Tagungsteilnehmer beim Eingang in die Puttererseehalle. Gendern habe ich hier bewusst unterlassen, da von den etwa 20 Personen, die beim Haupteingang gefilmt wurden, nur 3 Damen dabei waren. Dieser Eindruck wird durch die Betrachtung der Filmaufnahmen und der publizierten Fotos verstärkt - eine grobe Schätzung ergibt einen Frauenanteil von etwa 10-15% beim Tagungspublikum. Auffallend ist auch der hohe Anteil an jungen Männern bei dieser Filmsequenz am Anfang - aber auch nur dort - ein detaillierter Blick in die Gesichter der in den ersten Reihen sitzenden Personen deutet eher auf die Dominanz der Generation 50+ hin ... Herr Freidhager stellt sich vor… Herr Dr. Freidhager stellt sich vor, freut sich über seine Einladung und begründet diese Freude sowohl auf der persönlichen als auch auf der fachlichen Ebene. Er erzählt, dass er ja aus der Sicht der Jäger aus dem "jagdlichen Pfui-Gack-Land Nummer eins" kommt, nämlich aus Bayern (ca. bei 1:50-2:00) Weiter bei 2:35 bis etwa 2:55 im Rahmen seiner persönlichen Vorstellung: Dr. Freidhager: " ..... reißen hier jetzt in Österreich bei den Österreichischen Bundesforsten bayerische Verhältnisse ein ? Ich weiß jetzt gar nicht so genau was das wäre ... und was da so furchtbar wäre!" Wenn die bayrischen Verhältnisse also nicht so furchtbar sind - wie Herr Dr. Freidhager ja selbst feststellt - warum kann man in Bayern MTB fahren und in Österreich nicht ? Warum geben die Bundesforste Ihre Forststraßen dann nicht generell frei ? Weiter so ca. bei Minute 6:15 über die Eigentumsverhältnisse der ÖBF: " ...... Eigentümer sind ...... ganz genau (genommen) 8,6 Millionen Einwohner, ideell gesprochen ...." - warum dürfen dann die Eigentümer die Forststraßen nicht benutzen ? Minute 18:55 nochmals "Unser Eigentümer sind 8,6 Millionen Österreicherinnen und Österreicher." Warum dürfen diese dann die Forststraßen mit dem MTB nicht benützen - sind ja die Eigentümer, laut Dr. Freidhager. Jagd und Wildschaden Dr. Freidhager stellt die aktuelle Situation der Wildschäden anhand einer Verkehrsampel dar (siehe zB. Min 10:13) und bezeichnet diese Folie als inhaltliches Kernbild seines Vortrages. "Grün" bedeutet "Ohne Schalenwild-Einfluss", "Gelb" bedeutet "Wildeinfluss" und "Rot" bedeutet "Wildschaden". In den folgenden Erläuterungen wird klargestellt, dass "Grün" nicht erreichbar sei, weil es kompletter Eliminierung des Schalenwilds bedarf, was weder wünschenswert noch erzielbar sei. Was aber realistisch erscheint, ist das Bestreben "rote" Gebiete (also Gebiete mit Wildschaden) in "gelbe" Gebiete (also nur mit Wildeinfluss) bei den Schutzwäldern zu verwandeln. Dies sei eine realistische Zielsetzung für die nächsten Jahre auf Basis der "Mariazeller Erklärung", mit den wesentlichen Kernaussagen: (siehe Min 11:55) • Die Wildbestände sollen derart gestaltet sein, dass Schutzmaßnahmen nicht die Regel, sondern die Ausnahmen darstellen • Die Regulierung der Schalenwildbestände ist die vordringliche Aufgabe der nahen Zukunft Als Ziel (siehe oben) "gelbe" Gebiete sollen vorherrschend sein, was impliziert, dass auch eine vernünftige Jagd möglich ist. Herr Freidhager geht in seinem Referat auf einen Vorredner ein und sagt: (min 13:35) "..... Herr Damm auf Sie; mir hat Ihr Referat sehr gut gefallen, Ihr Vortrag, bis auf den letzten Punkt dann so ziemlich, wo Sie gesagt haben, ich will Freude haben, ich will Lust haben, des versteh´ ich alles, der Rest ist mir egal und da hak´ ich ein ...... sie haben gesagt, ich will ja kein Wildverbissverhinderer oder irgendwas sein". Weiters wird seitens Dr. Freidhagers gefordert, dass die Jägerschaft ein gewisses Stück eines gemeinsamen Weges zur Erzielung möglichst vieler ´gelben´ Flächen mit den ÖBF mitgehen, was offensichtlich nur teilweise geschieht. Wie ist sonst eine Folie (siehe Min 22:12) erklärbar, wo Maßnahmen der ÖBF in Wildschadensgebieten aufgeführt sind, die eindeutig gegen Jäger gerichtet sind, die offensichtlich nicht bereit sind, über den doch engen Horizont des Trophäenabschusses hinaus einen Blick in ein gesamtheitliches "Wildtiermanagement" zu richten. Ob es Unvermögen, mangelnde Ausbildung, mangelnde Zeit bei einem Hobbyjäger, mangelnde Identifikation mit einem gesamtheitlichen Bild der Natur oder schlichtweg Überforderung mit den vielfältigen Aufgaben ist, kann ich nicht beurteilen. Die Maßnahmen im Einzelnen sind (auszugsweise, siehe Min 22:17): • Rücknahme einzelner ÖBF-Jagdreviere in Eigenbewirtschaftung (bei Bedarf zusätzliches Jagdpersonal) • Anpassung der Jagdgrenzen zur Erleichterung problemlösender Jagdstrategien • Flexibilisierung der Bejagung, d.h. kürzere Vertragslaufzeit oder zB. Abschluss jährlich kündbarer Jagdverträge • Revierübergreifende jagdliche Planung Sichtlich erregt hält Freidhager auch fest, dass man sich von Pächtern, die nicht bereit sind diesen Weg mitzugehen, trennen muss (17:30). Hier scheint er in einem Dilemma zu stecken, da er auch meint „Wenn sich heute unsere über 1000 Jagdkunden kündigen, haben wir morgen eine Krisensitzung“ (23:50). Er wird nicht konkret, ob hier Angst um die Pachterlöse oder Ungewissheit um die Abschusserfüllung im Vordergrund steht. Jagdverträge/Jagdpachtverträge haben üblicherweise eine Laufzeit von 9 oder 10 Jahren - das ist schon ´starker Tabak´ wenn hier auf jährlich kündbare Verträge zurückgegriffen wird - da muss es wohl massive Vorkommnisse gegeben haben; die ÖBF werden diese Maßnahmen sicher nicht setzen, wenn alles perfekt funktioniert ! Offensichtlich gibt es Jäger, denen es ausschließlich um die 2-3 Monate Jagdperiode geht, da werden die entsprechenden Trophäen geschossen und im Rest des Jahres ist demselben Personenkreis der Wald und das darin lebende Wild vollkommen ´blunzn´ inklusive aller Schäden. Warum sollte sonst ein jährlich kündbarer Vertrag angeboten werden? Beginnend mit Minute 19:20 zum Thema MTB: Dr. Freidhager: ".... Im Sommer gibts Mountainbiken, jetzt gibt´s e-Bikes, jetzt kommen auch die Herrschaften die da vorne (Herr Freidhager zeigt auf seine eigene Bauchregion und deutet damit einen massiven ´Gössermuskel´ an) einen kleinen Rucksack umhaben, auch ziemlich weit rauf, das Fahren auf Forststraßen ist nicht mehr sexy genug, man will querfeldein .... ". Nachher folgt noch ein Statement zum Bekenntnis zur ´vertraglichen Lösung´ mit den MTBern (ca. Min 19:45 beginnend): "...... Das ist auch der Grund (Anmerkung: nämlich die "Wildruhezonen"), warum wir als ÖBF hundert Prozent zu vertraglichen Regelungen stehen, was das Mountainbiken anbelangt, ohne Wenn und Aber, Felix (in der 1. Reihe sitzt DI Felix Montecuccoli, es ist anzunehmen, dass Herr Dr. Freidhager ihn hier direkt anspricht), Du weißt das, wir haben das letzte Jahr da eh´ fest gekämpft, dass das auch erhalten bleibt, einfach um den Interessensausgleich besser hinzukriegen." Laut Dr. Freidhager, gehört der Wald der ÖBF ja den 8,6 Millionen Einwohnern, die ÖBF unterliegt dem "Bundesforstegesetz", der zugehörige Eigentümervertreter ist das "Ministerium für ein lebenswertes Österreich" (laut Selbstdarstellung auf der Webseite). Dr. Freidhager kämpft also dafür, dass die MTBer weiter nur durch vertragliche Lösungen die LKW-tauglichen Forststraßen benützen dürfen. Als "Mitstreiter" spricht er offensichtlich Herrn DI Montecuccoli an. Als Grund wird argumentiert "um den Interessensausgleich besser hinzukriegen" - hier sollte vielleicht doch ehrlicherweise gesagt werden "um keine Macht aus der Hand zu geben" und dass "Tourismusgemeinden jeden Kilometer Forststraße freikaufen müssen" (was sich in der ÖBF-Bilanz klarerweise als Einnahme niederschlägt). Meine persönliche Sichtweise: Die Forststraßen werden sicher "fallen" - es ist nur eine Frage der Zeit. Ich bin überzeugt, dass weder ´upmove´ noch die alpinen Vereine hier locker lassen werden ! Bis zur Novelle des Forstgesetzes werden Exponenten der Jagd und der Forstwirtschaft weiterhin durch Besitzstörungs- und Unterlassungsklagen das Thema am "Köcheln" halten - danke für diese Werbung; diese Vorfälle schaffen es regelmäßig in die Tagespresse und werden das Image der Jagd insgesamt weiter herabsetzen ! Lilienfeld war der Startpunkt der Trutzpartien, weitere folgten und werden sicherlich noch folgen (müssen) ...... Nun zurück zu den anderen Aspekten die von Herrn Dr. Freidhager präsentiert wurden: War eigentlich irgendwo von ´querfeldein´ die Rede? Alle Aktivisten wollen Freigabe der Forststraßen, manche auch der Wanderwege, der Alpenverein und die Naturfreunde nehmen die Wanderwege explizit aus - also wer will dann ´querfeldein´ ? Was ich, im Gegensatz zur sonst sehr sachlichen Präsentation von Herrn Dr. Freidhager als massiven Ausrutscher bezeichnen möchte - dieser ist wohl der Zusammensetzung des Publikums geschuldet - sind die Handbewegungen um seine Bauchregion, die offensichtlich beleibtere MTBer darstellen sollen. Klarerweise erlauben e-Bikes auch weniger sportlichen Personen erhebliche Steigungen zu befahren und somit weiter ins alpine Gelände vorzudringen. Die anwesenden Jäger im Auditorium sowie die restlichen ca. 125,000 Jagdscheininhaber bestehen ja ausschließlich aus austrainierten, schlanken Ausdauersportlern, die total dem Alkohol abgeneigt sich nur widerwillig in ihren SUV setzen. Leider befinden sich die Hochstände sehr oft unmittelbar neben der Forststraße, wo halt zufällig verhindert wird, dass diese konditionsstarken Hünen die Mühen eines Zustiegs auf sich nehmen müssen. Warum vertragliche Lösungen ? Einwohner von finanzschwachen Gemeinden werden somit kaum/nie schöne MTB-Strecken haben, da Geld zum "Freikaufen" fehlt. Tourismusgemeinden können ihren Bürgern sehr wohl attraktive Strecken zur Verfügung stellen - zu Ende gedacht entscheidet also der Tourismus über die Möglichkeit zum MTBen für die einheimische Bevölkerung. Logisch, oder? ________________________________________ Da Herr Dr. Freidhager den "Kampf" gegen unsere Begehrlichkeiten, nämlich das Befahren von Forststraßen und Wegen, in seinem Vortrag angesprochen hat, hier noch eine kurze Analyse einiger immer wiederkehrender Argumente: Das immer wieder vorgebrachte Haftungsargument - nehmen wir als Informationsquelle doch die Webseite der Bundesforste und den dortigen Link und schauen wir nach, wie die Haftungsfrage für den Grundstückseigentümer dargestellt wird: "Diese Personen [Anm: Eigentümer der Forststraßen] sind auf¬grund der Verkehrssicherungspflichten für den ordnungsgemäßen Zustand des Weges, soweit dessen Herstellung bzw. Instandhaltung nach Art des Weges angemessen und zumutbar ist, verantwortlich. Sie können für alle Schäden haftbar gemacht werden, die aus einem vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachten, mangelhaften Zustand der Straße oder des danebenliegenden Waldes resultieren." Hier wird zwischen Wanderern und MTBern nicht unterschieden ! Für vorsätzlich verursachte Schäden liegt Haftbarkeit vor - diese Art von Schäden wird auch von keiner Versicherung gedeckt! Ein Schlagloch auf einer Forststraße ist sicherlich keine "grobe Fahrlässigkeit" (außer vlt. mit dem Bagger ausgehobene Querrillen um eine Hüttenzufahrt zu unterbinden - angeblich schon vorgekommen - wird aber eher als Vorsatz zu klassifizieren sein) "freigegebenen MTB-Strecken" Auf derselben Webseite sind noch links zu "freigegebenen MTB-Strecken" angegeben. Blicken wir in die Wiener Umgebung - nämlich den Wienerwald mit einem Einzugsgebiet von etwa 2,5 Millionen Menschen. Als Beispiel nehmen wir eine kürzere Strecke, die man mit sportlichen Kindern ab etwa 7 Jahren durchaus befahren kann. Mein Blick fällt auf die ´Hafnerberg-Strecke´ mit 16 km Länge und ca. 450 Hm bei einer angegebenen Zeit von 1:40 - wird mit Kindern halt 3-4 Stunden dauern, es gibt aber dafür Einkehrpunkte im Laufe der Fahrt. Startpunkt ist Hafnerberg, hier geht´s die Landesstraße L131 ca. 600m nach Norden, dann südlich von Nöstach zur ´Mödlinger Bundesstraße´ B11, diese ca. 200m entlang, jetzt für etwa 2 km in den Wald hinauf nach Holzschlag, dort über wunderschön asphaltierte Strasse über Schwarzensee nach Neuhaus, weiter entlang der Bundesstrasse B11 bis zur Kreuzung mit der Bundesstrasse B18, dann die Bundesstrasse B18 entlang zu der Abzweigung nach Hafnerberg, wo wieder ca. 1km Waldweg/Forststraße befahren wird. Die Tourdetails sind hier zu finden. Also fassen wir zusammen: Die Runde ist ca. 16km lang, davon verlaufen etwa 3km auf Forststraßen/Wegen, die restlichen 13km sind sowieso öffentliche Strassen, dabei 6km Bundesstraßen und 7km weniger befahrene asphaltierte Zubringerstraßen, die aber teilweise kurvenreich und unübersichtlich sind. Es ist sicher ganz optimal mit Kindern am Fahrradl eine Bundesstraße zu befahren! Diese Runde als Mountainbike-Angebot zu bezeichnen ist skandalös, abgesehen davon ist bei der B18 nicht einmal ein begleitender Radweg vorhanden. ( Bundesstraße mit begleitendem Radweg (B25), Radweg deutlich erkennbar, durch Rasenstreifen getrennt. Beides sicherlich keine Mountainbike-Strecken, bei der B25 ist wenigstens ein begleitender Radweg vorhanden, was eine Befahrung mit Kindern ermöglicht. Beide Abbildungen aus der ´Digitalen Katastralmappe für Niederösterreich´, Maßstab 1:500 Ausschnitte aus der Webseite des "Lebensministeriums" Laut Frau Susanne Langmair von den Österreichischen Bundesforsten, werden "wir Radelnden mit einem attraktiven Streckenangebot erfreut". Dazu noch eine Empfehlung des Lebensministeriums, in der Selbstdarstellung das "Ministerium für ein lebenswertes Österreich" Wie sagte der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Häupl anläßlich der SPÖ-Klubklausur vom 10. März 2016 so treffend: "Verorschen tu´ i mi´ lieba selba - des is´ lustiga !" (Nachzuhören hier) Am Ende noch ein Versprechen: Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass eine Novellierung des Forstgesetzes in Rechtskraft erwächst! Unser Ziel: “Fair Play”, nachrangig gegenüber allen anderen Wegenutzern, legal und auf eigene Gefahr fahren! grossbild: Bundesstraße ohne begleitendem Radweg (B18)kleinbild: Bundesstraße ohne begleitendem Radweg (B18)grossbild: Bundesstraße mit begleitendem Radweg (B25) Radweg deutlich erkennbar, durch Rasenstreifen getrenntkleinbild: Bundesstraße mit begleitendem Radweg (B25) Radweg deutlich erkennbar, durch Rasenstreifen getrenntgrossbild: Ausschnitt aus der Webseite des kleinbild: Ausschnitt aus der Webseite des grossbild: Ausschnitt aus der Webseite des kleinbild: Ausschnitt aus der Webseite des https://www.upmove-mtb.eu/uploads/blog_bild/763_small_763_803_vollbildaufzeichnung17.03.2016210531.bmp.jpg" alt="kleinbild: ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Headerbild grossbild: ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Headerbildkleinbild: ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Headerbild
Kommentare
  • Userbild - styriabeef

    styriabeef:

    Danke für die Zusammenfassung! Von daher wird es also keine Unterstützung geben. Man wird das Gesetz angreifen müssen. Das sollte immer wieder als Argument aufgegriffen werden, das jene Entscheidungsträger die vertragliche Lösungen vorschlagen zu sehr auf Interessenausgleich aus sind. Geld gegen Forststraßen Benützung. Damit keine Lösung für die Allgemeinheit. 

    Wieviel km Forststraßen gibt es? Was würde eine Gesamtmaut kosten, und wieviel Subvention fließen jährlich in Forststraßen? 

    Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 28.03.2016 / 789 Tage alt
    • Userbild - Dietmar Gruber

      Dietmar Gruber: Super Zitat: "Ich komme aus dem "jagdlichen Pfui-Gack-Land Nummer eins", sagt der neue Vorstandssprecher der österreichischen Bundesforste, Dr. Rudolf Freidhager. Er meint damit Bayern, wo er zuvor Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforste war. Naja was hat sich geändert ? Jetzt ist er im "mountainbikenden Pfui-Gack-Land Nummer eins" falls jemand nicht wissen sollte welches Land damit gemeint ist: Österreich vielleicht?

      Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 23.03.2016 / 794 Tage alt
      • Userbild - Dietmar Gruber

        Dietmar Gruber: Super Zitat: "Ich komme aus dem "jagdlichen Pfui-Gack-Land Nummer eins", sagt der neue Vorstandssprecher der österreichischen Bundesforste, Dr. Rudolf Freidhager. Er meint damit Bayern, wo er zuvor Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforste war. Naja was hat sich geändert ? Jetzt ist er im "mountainbikenden Pfui-Gack-Land Nummer eins" falls jemand nicht wissen sollte welches Land damit gemeint ist: Österreich vielleicht?

        Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 23.03.2016 / 794 Tage alt

        ÖBF Generaldirektor über Jagd, Wildschaden und Mountainbiker Rubrik Legal Biken, Autor: upmove