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Rubrik | Legal Biken

Beim Wort „Wegefreiheit“ stellt es Mountainbikern in Österreich die Haare auf. Obwohl der Sport aus seiner pubertierenden Phase zum akzeptierten Volkssport herangereift ist, biken wir in einem landschaftlichen Juwel noch immer illegal. upmove tritt für die Öffnung der Forststraßen und Wanderwege für Mountainbiker ein. Mit dieser Serie wollen wir das Verständnis und die Toleranz aller Waldnutzer erhöhen und euch kompakt Wissenswertes zum Thema „Wegefreiheit“ vermitteln.

Trutzpartie Anno 1909 Headerbild
02.02.2016 / 681 Tage alt
Eingestellt von: upmove
[Legal Biken]  Alex aus dem "Forum Gipfeltreffen" hat dieses Kleinod aus der Geschichte der Wegefreiheit in Österreich in gefunden, das wir euch natürlich nicht vorenthalten können.

Trutzpartie Anno 1909 1
Ein vereiteltes Wegverbot aus "DER NATURFREUND", Heft 6, 15.Juni 1909, XIII. Jahrg.von Georg Aigner, Linz

Hier einige Höhepunkte im Auszug. Der Vollständige Artikel steht unten als PDF zum Download bereit.

...
Die Sektion Linz des Österreichischen Touristenklubs hat auf dem Großen Priel ihr Schutzhaus und ihr Arbeitsgebiet. Im eigenen Interesse und im Interesse des Fremdenverkehrs war sie gezwungen, gegen den Besitzer des Prielergutes, Herrn Bachmann, den Weg des Kampfes zu betreten, da friedliche Verhandlungen nicht zum Ziele führten. Der genannte Herr wollte den Servitutsweg, der über seine Besitzung auf den Kleinen Priel führt, absperren und die Begehung desselben von seinen Launen abhängig machen. Die Sektion Linz des Österreichischen Touristenklubs setzte sich mit der Gemeinde Hinterstoder und mit anderen berufenen Körperschaften ins Einvernehmen und versicherte sich deren Hilfe, dann wurde für den 20.September eine Trutzpartie angekündigt.
...
Eben waren wir im Begriff, das Prielergut zu passieren, da trat Herr Bachmann aus der Türe und fragte wohin wir wollten.
"Auf den Kleinen Priel", schallte es ihm entgegen.
"Ja, meine Herren", begann der Wegverbieter, "kommen Sie ein andermal, heute kann ich das nicht erlauben, weil ich Jagdzeit habe und da darf mir das Wild nicht verscheucht werden."
Nachdem er sah, daß sein Verbot nichts fruchte, erklärte er uns alle, soferne wir den Weg fortsetzen würden, wegen Besitzstörung zu klagen und erbat sich zu diesem Behufe unsere Adressen, die ihm bereitwilligst ausgefolgt wurden.
...
... empor, bis wir den gewöhnlichen Weg erreichten. Hier fanden wir das erste Zeichen des Wegverbotes; auf einer frisch gestrichenen Tafel standen die Worte: "Aus Jagdrücksichten verbotener Weg".
...
Nun ging´s über den steilen Grat empor, zuerst über Schutt, dann durch ein dichtes Geflechte von Legföhren zu einem südwestlichen Seitengrat des Kleinen Priel, über welchen wir nach kurzer Kletterei über ein Trümmerfeld von Gesteinsblöcken die grasbewachsene Spitze erreichten.
...
Auf demselben Wege, den wir zum Aufstieg benützten, wurde der Abstieg angetreten.
...
Nun ging´s im raschen Tempo auf schattigem Wege zur Prielerreith, wo uns zwei unserer Gefährten, die hier zurückgeblieben waren, die Mitteilung machten, daß der Jäger über uns an seinen Herrn Bericht erstattet habe. Als wir nun an dem letzteren, der in Gesellschaft seiner Frau und ses Jägers war, vorbei wollten, teile er uns sehr aufgeregt mit, sein Jäger habe ihn benachrichtigt, daß wir durch mutwilliges Steineablassen, sowie durch Schreien und Johlen etwa 30 bis 40 Stück Gems- und Hirschwild aus seinem Jagdgebiete über die Grenze gejagt hätten. Wir waren starr vor Erstaunen ob dieser Lüge
...
Herr Bachmann beklagte sich auch ferner, daß wir seinen neu angelegten Reitsteig benutzt hätten. Wir wiesen des Jägers faustgroße Lüge energisch zurück und entfernten uns.
...
Einige Wochen waren ins Land gegangen, da bekamen sieben von den damaligen Prielbesuchern die Anklageschrift zugestellt, worin wir wegen Störung im ruhigen Besitze des Prielergutes und
insbesondere wegen Begehung der Wege auf den Kleinen Priel belangt wurden. Es wurde beantragt, uns das eigenmächtige Begehen der Prielerwege gerichtlich zu untersagen und uns zum Ersatze der Prozeßkosten ungeteilter Hand zu verurteilen.
Die Sektion Linz des Österr. Touristen-Klubs nahm die juridische Durchfechtung der ganzen Angelegenheit auf sich...
...
Zum Glück für unsere Taschen entschied das Gericht anders: Herr B. mußte einen Weg auf den Priel freigeben, während jedem der steitenden Teile aufgetragen wurde, die eigenen Prozeßkosten zu bezahlen.
...
Der Sektion Linz des Österr. Touristen-Klubs aber gebührt für ihr energisches Eintreten in Sachen dieses Wegverbotes der Dank aller Naturfreunde und Bergsteiger.


Heute ist diese Landschaft durch Forststraßen erschlossen. Diese sind natürlich für Radfahrer Tabu.

Original Post im "Forum Gipfeltreffen"
 Faksimile des Artikels
Trutzpartie Anno 1909 Rubrik , Autor: upmove Aktuell News über Trutzpartie Anno 1909, , Autor: upmove Du suchst Informationen über Trutzpartie Anno 1909 dann bist Du in der Rubrik des upmove.eu Magazin richtig! Alex aus dem "Forum Gipfeltreffen" hat dieses Kleinod aus der Geschichte der Wegefreiheit in Österreich in gefunden, das wir euch natürlich nicht vorenthalten können. Legal Biken Magazin: Trutzpartie Anno 1909 Ein vereiteltes Wegverbot aus "DER NATURFREUND", Heft 6, 15.Juni 1909, XIII. Jahrg.von Georg Aigner, Linz Hier einige Höhepunkte im Auszug. Der Vollständige Artikel steht unten als PDF zum Download bereit. ... Die Sektion Linz des Österreichischen Touristenklubs hat auf dem Großen Priel ihr Schutzhaus und ihr Arbeitsgebiet. Im eigenen Interesse und im Interesse des Fremdenverkehrs war sie gezwungen, gegen den Besitzer des Prielergutes, Herrn Bachmann, den Weg des Kampfes zu betreten, da friedliche Verhandlungen nicht zum Ziele führten. Der genannte Herr wollte den Servitutsweg, der über seine Besitzung auf den Kleinen Priel führt, absperren und die Begehung desselben von seinen Launen abhängig machen. Die Sektion Linz des Österreichischen Touristenklubs setzte sich mit der Gemeinde Hinterstoder und mit anderen berufenen Körperschaften ins Einvernehmen und versicherte sich deren Hilfe, dann wurde für den 20.September eine Trutzpartie angekündigt. ... Eben waren wir im Begriff, das Prielergut zu passieren, da trat Herr Bachmann aus der Türe und fragte wohin wir wollten. "Auf den Kleinen Priel", schallte es ihm entgegen. "Ja, meine Herren", begann der Wegverbieter, "kommen Sie ein andermal, heute kann ich das nicht erlauben, weil ich Jagdzeit habe und da darf mir das Wild nicht verscheucht werden." Nachdem er sah, daß sein Verbot nichts fruchte, erklärte er uns alle, soferne wir den Weg fortsetzen würden, wegen Besitzstörung zu klagen und erbat sich zu diesem Behufe unsere Adressen, die ihm bereitwilligst ausgefolgt wurden. ... ... empor, bis wir den gewöhnlichen Weg erreichten. Hier fanden wir das erste Zeichen des Wegverbotes; auf einer frisch gestrichenen Tafel standen die Worte: "Aus Jagdrücksichten verbotener Weg". ... Nun ging´s über den steilen Grat empor, zuerst über Schutt, dann durch ein dichtes Geflechte von Legföhren zu einem südwestlichen Seitengrat des Kleinen Priel, über welchen wir nach kurzer Kletterei über ein Trümmerfeld von Gesteinsblöcken die grasbewachsene Spitze erreichten. ... Auf demselben Wege, den wir zum Aufstieg benützten, wurde der Abstieg angetreten. ... Nun ging´s im raschen Tempo auf schattigem Wege zur Prielerreith, wo uns zwei unserer Gefährten, die hier zurückgeblieben waren, die Mitteilung machten, daß der Jäger über uns an seinen Herrn Bericht erstattet habe. Als wir nun an dem letzteren, der in Gesellschaft seiner Frau und ses Jägers war, vorbei wollten, teile er uns sehr aufgeregt mit, sein Jäger habe ihn benachrichtigt, daß wir durch mutwilliges Steineablassen, sowie durch Schreien und Johlen etwa 30 bis 40 Stück Gems- und Hirschwild aus seinem Jagdgebiete über die Grenze gejagt hätten. Wir waren starr vor Erstaunen ob dieser Lüge ... Herr Bachmann beklagte sich auch ferner, daß wir seinen neu angelegten Reitsteig benutzt hätten. Wir wiesen des Jägers faustgroße Lüge energisch zurück und entfernten uns. ... Einige Wochen waren ins Land gegangen, da bekamen sieben von den damaligen Prielbesuchern die Anklageschrift zugestellt, worin wir wegen Störung im ruhigen Besitze des Prielergutes und insbesondere wegen Begehung der Wege auf den Kleinen Priel belangt wurden. Es wurde beantragt, uns das eigenmächtige Begehen der Prielerwege gerichtlich zu untersagen und uns zum Ersatze der Prozeßkosten ungeteilter Hand zu verurteilen. Die Sektion Linz des Österr. Touristen-Klubs nahm die juridische Durchfechtung der ganzen Angelegenheit auf sich... ... Zum Glück für unsere Taschen entschied das Gericht anders: Herr B. mußte einen Weg auf den Priel freigeben, während jedem der steitenden Teile aufgetragen wurde, die eigenen Prozeßkosten zu bezahlen. ... Der Sektion Linz des Österr. Touristen-Klubs aber gebührt für ihr energisches Eintreten in Sachen dieses Wegverbotes der Dank aller Naturfreunde und Bergsteiger. Heute ist diese Landschaft durch Forststraßen erschlossen. Diese sind natürlich für Radfahrer Tabu. Original Post im "Forum Gipfeltreffen" grossbild: Trutzpartie Anno 1909 1kleinbild: Trutzpartie Anno 1909 1 https://www.upmove-mtb.eu/uploads/blog_bild/756_798_small_chromelegacywindow02.02.2016084455.bmp.jpg" alt="kleinbild: Trutzpartie Anno 1909 Headerbild grossbild: Trutzpartie Anno 1909 Headerbildkleinbild: Trutzpartie Anno 1909 Headerbild
Kommentare
  • Userbild - Charly Huti

    Charly Huti: Hinterstoder ist mit Sicherheit ein Urlaubsort der am liebsten unter sich ist. Verbote wo man hinsieht, zT. Unfreundlichkeit der Leute, manche sagen es einem sogar ins Gesicht. Abzocke kommt noch hinzu, in Form Gastronomie und Parkverboten. Wurde noch nirgends so beschimpft beim Radfahren wie in dieser Gemeinde.

    Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 04.02.2016 / 679 Tage alt
    • Userbild - udo1

      udo1:

      viele Leute gute Beute

      Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 03.02.2016 / 680 Tage alt
      • Userbild - udo1

        udo1:

        wer braucht den Bahu

         

        wir fahren doch Qerfeldein,

        wo die Hasen sind die andere nicht sehen ,

        nicht mal auf der Forststrase

        Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 03.02.2016 / 680 Tage alt
        • Userbild - Dietmar Gruber

          Dietmar Gruber: Ein kleiner Einblick woher die Bezeichnung "Trutzpartie" kam. Es ist fast ernüchternd zu erkennen, dass auch damals die Jagd als größter Gegner der Wegefreiheit galt.

          Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 02.02.2016 / 681 Tage alt
          • Userbild - Freund Der Berge

            Freund Der Berge: Genial!

            Gefällt mir · Gefällt 0 Personen · Kommentieren · 02.02.2016 / 681 Tage alt

            Trutzpartie Anno 1909 Rubrik Legal Biken, Autor: upmove